Wirtschaft
«SBB-Teilprivatisierung wäre denkbar»
Konzern-Chef Meyer sieht theoretische Möglichkeit
Eine Teilprivatisierung der SBB hält SBB-Chef Andreas Meyer für eine «theoretische Möglichkeit». Es sei einer von drei Wegen, wie der Ausbau der Bahninfrastruktur finanziert werden könnte.
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Die anderen Möglichkeiten seien, dass Bund und Kantone das Kapital zur Verfügung stellten - oder die Fahrgäste durch Preiserhöhungen, sagte Meyer in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Benötigt würden über 30 Milliarden Franken.
Eine Teilprivatisierung bringe «nur einmal Geld in die Kasse», gibt Meyer zu Bedenken. Mit dem gleichen Argument hatte die Eisenbahnergewerkschaft (SEV) den Börsengang abgelehnt. Zudem stelle sich das Problem der Rendite: Wer investiere, wolle auch eine Rendite sehen für das eingeschossene Kapital und getragene Risiko.
Allerdings finanziert die öffentliche Hand einen grossen Teil des SBB-Betriebs. Wie also die Rendite ausgeschüttet würde, wäre unklar: «Geht ein verdienter Franken auf öffentliche Gelder oder auf die Kundennachfrage zurück?» Dieses Problem lasse sich grundsätzlich lösen, sagte Meyer - «wenn der Eigentümer eine Privatisierung auch wirklich will.»
Auf die Frage, ob Kapital über eine Volksaktie - sie hätte nur einen Liebhaberwert, aber keine Gewinnbeteiligung - möglich wäre, antwortete Meyer: «Die SBB gehört bereits allen Schweizerinnen und Schweizer».
Bundesrat Moritz Leuenberger hatte am letzten Sonntag von einem möglichen Börsengang der SBB gesprochen. So könnte seiner Ansicht nach das Kapital für den Infrastrukturausbau bereitgestellt werden. Nach zum Teil heftigen Reaktionen stellte er klar, dass er mit dem Vorschlag lediglich eine Idee zur Diskussion stellen wollte.
(sda/bers)
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R. Bolliger, Orpund
Verfasst am: 26.5.2008 10:33
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