Kultur
Würdigung von Tinguelys «rechter Hand»
Basler Museum zeigt «Tschau Sepp»-Ausstellung
Josef (Sepp) Imhof, der langjährige Assistent des Eisenplastikers Jean Tinguely, geht in Pension. Aus diesem Anlass zeigt das Basler Tinguely-Museum in der Ausstellung «Tschau Sepp» einen Rückblick auf das Leben des gelernten Schlossers als Künstlerassistent.
Der 1943 in Bern geborene Imhof hatte sich 1970 auf eine Annonce des Künstlers Tinguely gemeldet. Dieser hatte für die Konstruktion einer Rieseneisenplastik in der Nähe von Paris einen vielseitigen und schwindelfreien Bauschlosser oder Schlosser gesucht.
Der Gesuchte musste Autofahren können, erwünscht waren auch Jasskenntnisse. Der gelernte Bau- und Konstruktionsschlosser Imhof bekam die Stelle. Nun tritt er in den Ruhestand.
Zum Abschied von seinem Mitarbeiter, gab das Museum diesem nun «carte blanche» für eine bis zum 10. August dauernden Ausstellung. Imhof zeige, was ihm gefällt, schreibt das Museum.
Zu den Exponaten gehören unter anderem eine Ferrari-Sammlung und leere Kaviardosen. Kaviar war eine der Leibspeisen der beiden Künstler. Auch das ominöse Zeitungsinserat hat einen Platz in der Ausstellung.
Zu sehen ist zudem Leonardo Bezzolas monumentale Fotoinstallation der Arbeit von Tinguely & Co. an der begehbaren Riesenplastik Cyclop bei Paris. Bei Projekten wie diesem war Imhof Garant dafür, dass die oft phantastischen Ideen Tinguelys materiell umgesetzt wurden.
Aus seiner arbeits- und erlebnisreichen Zeit mit Jean und anderen Künstlern hat er zudem zahllose Erinnerungen gesammelt. Eine Auswahl davon findet sich in «Tschau Sepp» wieder. Die Besucher können beispielsweise farbenfrohe Collagen, die ihm Tinguely aus der ganzen Welt schickte, bestaunen.
Daneben sind auch Werkskizzen und Arbeitsanweisungen zu sehen. Hinzu kommen Kunstwerke, Fotos und Dokumente unter anderem von Eva Aeppli, Bernhard Luginbühl, Niki de Saint Phalle, Daniel Spoerri oder Peter von Wattenwyl.
Imhofs damals spontaner Entscheid, auf das Inserat zu antworten, hat sein Leben bis heute geprägt. Seit 1996 kümmerte er sich im Museum Jean Tinguely in Basel um den restauratorischen Unterhalt und den fachgerechten Auf- und Abbau der Maschinenplastiken des 1991 verstorbenen Künstler. Zudem betreibt er seit 1975 mit seinem Bruder in Solothurn die «Freitagsgalerie».
(sda/kokb)
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