Schweiz
Nächtliche Randale in Zürich
Weitere 1.-Mai-Ausschreitungen
In der Nacht auf Freitag ist es in Zürich zu weiteren Ausschreitungen und Festnahmen gekommen. Es entstand Sachschaden von mehreren zehntausend Franken. Vier Anzeigen gingen ein. Die meisten Verhafteten stammen aus Zürich und Umgebung.
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Kurz vor Mitternacht wurden an der Badenerstrasse in Zürich-Altstetten bei einem Autohändler vier Personenwagen angezündet. Nur etwa eine halbe Stunde später brannten fast gleichzeitig in der nahe gelegenen Farbhofstrasse ein Motorrad und im Kreis 2 am Joachim Hefti-Weg ein weiteres Fahrzeug.
Kurz vor 01:00 Uhr beobachteten schliesslich zivile Fahnder der Stadtpolizei, wie am Werdplatz mehrere Jugendliche ein Gebäude mit Farbe besprayten.
Die Polizisten hielten neun Personen zur Überprüfung an, sechs wurden zu weiteren Abklärungen auf die Wache gebracht. Während zwei von ihnen wieder entlassen wurden, wurden drei Deutsche und ein Schweizer im Alter zwischen 18 und 31 Jahren in Haft genommen, wie es weiter hiess.
Die Polizei schätzt die Sachbeschädigungen auf mehrere zehntausend Franken. Vier Anzeigen gingen diesbezüglich bis zum Vormittag ein.
Die Situation war nach der friedlichen Kundgebung um etwa 16.00 Uhr eskaliert. Die jugendlichen Krawallmacher griffen die Einsatzkräfte mit Flaschen, Steinen und anderen Gegenständen an und zündeten diverse Abfallcontainer an.
Insgesamt kam es laut Stadtpolizei zu 301 Verhaftungen. Bei den festgenommenen Personen handelt es sich um 275 Männer und 26 Frauen, wie die Stadtpolizei Zürich in einer Mitteilung vom Freitag schreibt. 79 Personen sind minderjährig. 145 Personen sind zwischen 18 und 25 Jahre alt, die restlichen 77 Personen sind über 26 Jahre alt.
Über ein Drittel der Verhafteten hat Wohnsitz in der Stadt Zürich (125), rund ein Drittel wohnt in anderen Orten des Kantons Zürich (98). Die Festgenommenen, die nicht aus dem Kanton Zürich stammen, kommen aus praktisch allen Kantonen der Deutschschweiz.
Bei der Mehrheit der Festgenommenen handelt es sich um Schweizer Bürger (189). Drei Personen wohnen in Deutschland, zwei in Portugal und eine Person in Luxemburg, wie die Polizei weiter mitteilte. Von den sechs Personen, die weiterhin in Haft sind, wurden drei der Staatsanwaltschaft und drei der Jugendanwaltschaft zugeführt.
Die Mehrheit der mittlerweile Entlassenen muss mit einem Strafverfahren wegen verschiedener Delikte rechnen, wie etwa Teilnahme an einer unbewilligten Demo (219), Landfriedensbruch (3), Gewalt und Drohung gegen Beamte (24), Sachbeschädigung (6), Verbotenes Waffentragen (2) oder Hinderung einer Amtshandlung (8).
(ap/hesa)
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