Schweiz
Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit
Tausende Demonstranten an Zürcher 1.-Mai-Umzug
Die Gewerkschafter haben am Tag der Arbeit in der Schweiz kämpferische Töne angeschlagen und etwa die Löhne der Manager kritisiert. Tausende marschierten an den Umzügen mit. In Zürich verliefen der Umzug und die offizielle Kundgebung friedlich, in Bern dagegen flogen Wasserballone
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Um die 10'000 Menschen versammelten sich in Zürich zum traditionellen 1.-Mai-Umzug. Zunächst bei heftigem Regen und dann bei Sonnenschein zogen die Demonstranten friedlich von der Sihlpost durch die Bahnhofstrasse und Limmatquai zum Bürkliplatz.
Auf mitgeführten Transparenten standen antikapitalistische Parolen. Gefordert wurden zudem faire Arbeitsbedingungen und Krankenkassenprämien sowie Bildungsfreiheit. Laut Polizei waren auch rund 300 Personen aus der linksautonomen Szene dabei.
Der neue SP-Präsident Christian Levrat forderte in seiner Rede eine allgemeine Lohnerhöhung. Der Präsident der Gewerkschaft Kommunikation setzte sich zudem für ein flexibles Rentenalter ab 62 und für Weiterbildung ein.
Die Kundgebung und das 1.-Mai-Fest in Zürich wurden in diesem Jahr getrennt durchgeführt. Aus Sicherheitsgründen findet das Volksfest ab Freitag statt.
Einen Zwischenfall gab es an der von 500 bis 1000 Personen besuchten Kundgebung in Bern. Linksautonome begrüssten Stadtpräsident Alexander Tschäppät mit Pfiffen und Zwischenrufen. Rund ein halbes Dutzend mit Wasser gefüllte Ballone flogen in Richtung Rednerpult, dann zog die Gruppe ab.
In Basel hörten sich rund 2000 Personen die Rede von Gewerkschaftsbunds-Präsident Paul Rechsteiner an. Wie schon in Luzern forderte er existenzsichernde Mindestlöhne statt Managerexzesse. Gegenüber der «Tagesschau» von SF betonte Rechsteiner, dass der 1. Mai als Feiertag nach wie vor seine Berechtigung habe als «Ausdruck der Notwendigkeit von mehr sozialer Gerechtigkeit».
In Bischofszell (TG) feierte Renzo Ambrosetti, Co-Präsident der Unia, den Kampf für den Landesmantelvertrag im Bauhauptgewerbe und den Streik bei SBB Cargo in Bellinzona als gewerkschaftliche Grosserfolge. Der Streik sei wichtig und notwendig gewesen.
In Bellinzona selbst gratulierte Vasco Pedrina, Sekretär der Unia, den Mitarbeitern der SBB-Industriewerkstätte für ihren Mut: «Ihr habt gezeigt, wie man die aktuelle wirtschaftliche und politische Realität ändern und für die Arbeitnehmenden eine echte Perspektive aufbauen kann.»
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