Schweiz
Gebirgswald verliert Schutzfunktion
Bund soll zuviel gespart haben
Die Baumbestände des Schweizer Gebirgswaldes sind überaltert. Darum bieten sie keinen optimalen Schutz mehr vor Naturgewalten. So warnen Vertreter der Waldwirtschaft Schweiz (WVS) und die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB). Sie werfen dem Bund vor, zuviel gespart zu haben.
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Der Bund habe in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr Mittel gekürzt, was sich jetzt als Fehler erweise, argumentieren die Verfasser des Papiers.
«Ich glaube, in den vergangenen Sparrunden wurde im Forstwesen überproportional gespart. Hier muss eine Korrektur erfolgen. Es geht um die Sicherheit unserer Bewohner in diesen Gegenden und es geht um eine nachhaltige Bewirtschaftung des öffentlichen Gutes Wald», äussert sich Max Binder, SVP-Nationalrat (ZH) und Präsident von Waldwirtschaft Schweiz gegenüber der «Tagesschau».
In einem Positionspapier stellen WVS und SAB verschiedene Forderungen. Waldeigentümer sollen besser wirtschaftliche Rahmenbedingungen und mehr öffentliche Unterstützung für den Bau und Unterhalt von neuen Erschliessungsanlagen erhalten.
Die Berglandwirtschaft stehe vor grossen waldbaulichen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Bewirtschaftung und Pflege des Gebirgswaldes und somit dessen Schutzfunktion und die Biodiversität seien gefährdet.
«Die zentralen Probleme liegen in der schlechten Zugänglichkeit des Gebirgswaldes. Wir haben auch Holzpreise, die keinen Betrag abliefern, um letztlich den Wald dementsprechend zu nutzen», sagt Binder weiter.
Die Baumbestände seien überaltert, der Zustand instabil, die Bäume stünden zu dicht beieinander und würden keinen optimalen Schutz vor Naturgewalten bieten, heisst es. Ausserdem liege im Gebirgswald ein grosses Holznutzungspotential brach.
«Die Öffentlichkeit ist gefragt, ihre Verantwortung wahrzunehmen mit einem finanziellen Engagement», so WVS-Präsident Binder.
(ap/sf/bosy)
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