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Josef Fritzl ist ein Einzeltäter

Mittwoch, 30. April 2008, 15:46 Uhr, Aktualisiert 01.05.2008, 0:29 Uhr

Ehefrau und Geschwister der Tochter ahnungslos

Der 73-jährige Österreicher Josef Fritzl, der seine Tochter jahrzehntelang missbraucht und eingekerkert hatte, ist laut der Polizei ein Einzeltäter. Auch die Geschwister der Tochter hätten mit dem Verbrechen nichts zu tun. Ausserdem ist ein Video aufgetaucht, welches Josef Fritzl in den Ferien in Thailand zeigt, während er seine Tochter und drei Kinder in seinem Kellerverlies gefangen hielt.

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Hinweis brachte Wahrheit

Spekulationen über einen Mitwisser wies die Polizei zurück. Es gebe zudem keine Hinweise, dass der Täter seine anderen Kinder - weder die ehelichen noch die insgesamt sechs überlebenden Inzest-Kinder - missbraucht habe, sagte Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich.

Auszuschliessen sei allerdings «aus kriminalistischer Erfahrung nichts». Für die Aufklärung der Hintergründe dürften die Ermittler noch Monate brauchen. So sollen alle rund 100 Menschen, die in den vergangenen 24 Jahren in dem «Haus des Schreckens» in Amstetten gelebt haben, vernommen werden.

Die Polizei brachte mehr Klarheit in die Umstände, unter denen das Drama beendet werden konnte: Demnach war die mittlerweile 43-jährige Tochter mit ihren zwei Söhnen aus dem Kellerverlies im Spital erschienen, um ihre lebensgefährlich erkrankte 19-jährige Tochter zu sehen.

Von dem Besuch erfuhr die Polizei durch einen «vertraulichen Anruf» und griff zuerst die 43-Jährige vor dem Spital auf. Dannach wurde auch ihr Vater festgenommen. Polzer wollte nicht sagen, woher der Tipp gekommen sei.

Zum Verlies in dem Horrorhaus gab die Polizei weitere Details bekannt. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Inzest-Täter die schwere Stahlbetontür vor dem Verlies bereits vor der Tat ohne fremde Hilfe eingebaut habe.

Zum Versteck führt eine nur einen Meter hohe und 60 Zentimeter breite Luke. Um zum Zugang zu gelangen, müssten fünf Räume durchquert werden, die jeweils versperrt gewesen seien.

Ursprünglich habe sich die vor 24 Jahren eingekerkerte Tochter des Täters in einem Raum aufgehalten. Nach der Geburt ihrer Kinder sei das Gefängnis nach und nach vergrössert worden.

Das Gefängnis sei mit Gefrierschrank, Herd, Waschmaschine und anderen elektrischen Geräten ausgerüstet gewesen. Das habe den vier Gefangenen erlaubt, dort auch über Wochen ohne weitere Versorgung auszuharren. So konnte der Verdächtige zwischendurch Ferien in Thailand machen.

Derweil ist ein Video von Josef Fritzl aufgetaucht, welches den Österreicher gut gelaunt in den Ferien in Thailand zeigt. Darauf ist zu sehen, wie Fritzl in Badehosen von einer jungen Thailänderin massiert wird, während er seine Tochter und drei Kinder in seinem Kellerverlies gefangen hielt.

Wie die Polizei erklärte, gab es Hinweise, dass der 73-Jährige die Gefangenschaft seiner Tochter und seiner drei verborgenen Inzest-Kinder schon vor Monaten beenden wollte.

Er habe seiner Tochter zur Jahreswende 2007/08 einen Brief an seine eigene Familie diktiert, in dem er sie ankündigen liess, sie wolle in diesem Sommer mit ihren Kindern nach Amstetten zurückkehren.

Ausserdem wurde bekannt, dass die selbst jahrelang in einem Kellerverlies eingesperrte Natascha Kampusch den Inzest-Opfern von Amstetten 25'000 Euro spendet. Das Geld sei als Soforthilfe gedacht, teilte Kampusch mit. Zugleich startete Kampusch einen Spendenaufruf und richtete ein Konto ein.

Generell gehe es ihr um langfristige Unterstützung. Man stehe in engem Kontakt mit dem Land Niederösterreich und dem Anwalt der Opfer, um so bald wie möglich herauszufinden, wo die Hilfe konkret benötigt werde. Über die Geldervergabe selbst will Kampusch im Einvernehmen mit den betroffenen Familienmitgliedern sowie deren Beratern entscheiden, hiess es.

Auch Bundeskanzler Alfred Gusenbauer verwehrte sich gegen Verallgemeinerungen. «Nicht Österreich ist der Täter, sondern das ist ein unfassbarer Kriminalfall - aber ein Einzelfall». «Wir werden nicht zulassen, dass das ganze Land in Geiselhaft eines einzelnen Mannes ist», sagte Gusenbauer.

(ap/widb)

Kommentare aktiv...

J. Simon, erlach

Verfasst am: 1.5.2008 0:56

Fehlbarkeit

Bleibt einem weiterhin das Staunen, ob diesem... mehr

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F. Nanni, Schagen, SA

Verfasst am: 30.4.2008 22:34

Mitwisser....?

.... welche Mengen von Muell da von 4 Personen... mehr

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