Schweiz
Kommen die «Cervelat-Retter» aus Paraguay?
Task-Force sucht Lösungen für Hüllen-Notstand
Paraguayanische Rinder sollen der Schweiz aus der «Cervelat-Krise» helfen. Die «Cervelat-Task-Force» prüft zudem die Möglichkeit, Därme von brasilianischen Nelore-Rindern zu beziehen.
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Das Beschaffungsproblem bei den Rinderdärmen als Hülle der Cervelats zeige, dass die Globalisierung auch vor einem urschweizerischen Produkt nicht Halt mache, gab der Präsident des Schweizer Fleisch Fachverbands (SFF) und Ständerat Rolf Büttiker an der Medienkonferenz in Zürich bekannt.
Eine Task-Force sucht nun nach Alternativlösungen. Sie sei zuversichtlich, dass das Problem bis zum Jahresende entschärft und mittelfristig gelöst werden könne. Laut dem Geschäftsführer des Wurstbekleidungsunternehmens Max Ramp verfügt der Darmhandel und sicherlich ein Teil der Wurstproduzenten über Lager, die das laufende Geschäft abdecken. Die Lager seien aber endlich.
Wie das Beratungsunternehmen Safe Food Solutions ausführte, wird eine internationale Arbeitsgruppe das BSE-Restrisiko von Rinderdärmen neu begutachten. So dürfen Wursthüllen aus Rinderdärmen nur aus Ländern mit vernachlässigbarem BSE-Risiko in die EU und in die Schweiz eingeführt werden. Auch Paraguay habe einen entsprechenden Antrag bei der Welttiergesundheitsorganisation eingereicht.
In der Zwischenzeit soll ein Exportbetrieb in Paraguay so vorbereitet werden, dass die Zulassungsnummer im kommenden Juni bei der EU beantragt werden kann. Die Dauer des ganzen Verfahrens sei aber schwierig abzuschätzen. Sollte aber alles optimal verlaufen, werde noch im laufenden Jahr mit zugelassenen Darmexporten aus Paraguay gerechnet.
Eine mögliche Lösung stellen auch Nelore-Rinder aus Brasilien dar, die ausschliesslich auf der Weide gehalten werden und kein Kraftfutter erhalten. Ein Projekt hat zum Ziel, das Nelore-Produktionssystem als Teil der Rindfleischproduktion in Brasilien als vernachlässigbares BSE-Risiko deklarieren zu lassen. Ein Antrag soll dabei im Mai 2009 eingereicht werden.
Als qualitativ problematisch hätten sich bei Versuchen dagegen Schweins- sowie Rinderdärme aus Argentinien erwiesen. Uruguay liefere zwar gute Qualität aber zu geringe Mengen. In einer zweiten Versuchsreihe von Ende Mai werden nun zusätzlich Rinderdärme aus Australien und Neuseeland und eventuell Paraguay geprüft.
Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) unterstützt die Task-Force beratend, finanziell und hilft mit, die Prozesse zu beschleunigen, wie das BVET mitteilte.
(ap/bers)
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