International
Atomschmuggler bald auf freiem Fuss
Schweizer Ingenieur wird aus U-Haft entlassen
Die Bundesanwaltschaft (BA) hat Beschwerde gegen die Haftentlassung von zwei Schweizer Ingenieuren eingelegt, welche des Atomschmuggels verdächtigt werden. Nun muss das Bundesstrafgericht in Bellinzona über die Fortsetzung der U-Haft entscheiden.
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Die Bundesanwaltschaft habe am Montag gegen beide Verfügungen des Eidgenössischen Untersuchungsrichteramtes Beschwerde eingelegt, bestätigte BA-Sprecherin.
Die beiden Brüder aus dem Rheintal sitzen seit mehreren Jahren in Haft. Einer der St. Galler Ingenieure wurde im Oktober 2004 in Deutschland festgenommen und später an die Schweizer Behörden übergeben.
Sein Bruder wurde im September 2005 in Haft genommen. Auch der Vater der beiden sass wegen des Verdachts auf Atomschmuggel mit Libyen vorübergehend in Haft.
Die drei sollen 2001 bis 2003 für Abdul Qader (Qadeer) Khan, den «Vater der pakistanischen Atombombe», gearbeitet haben, der ein geheimes Atomwaffenprogramm für Libyen durchführte. Die Affäre flog Anfang 2004 auf, nachdem Libyen sein Atomwaffenprogramm eingestellt und Khan die illegalen Atomgeschäfte mit Iran, Libyen und Nordkorea zugegeben hatte.
Der Ostschweizer Ingenieur befand sich dreieinhalb Jahre in Haft. Er war im Oktober 2004 in Deutschland zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder unter dem Verdacht des Atomschmuggels festgenommen worden. Im Mai 2005 wurde er an die Schweiz ausgeliefert.
Der Schweizer Ingenieur war in einer Firma in Malaysia tätig, die als Drehscheibe für den Handel mit Gas-Ultra-Zentrifugen für die Anreicherung von Uran zur Atomwaffen-Herstellung diente.
Dem Schweizer Ingenieur werden Verstösse gegen das Güterkontroll- oder Kriegsmaterialgesetz vorgeworfen.
2007 hatte er bereits eine Haftentlassung beantragt, das Bundesgericht hatte den Antrag aber abgelehnt.
Der Vater des Inhaftierten war Anfang 2006 aus der U-Haft entlassen worden.
2001 hatte der Ingenieur Zeitungsberichten zufolge den US-Geheimdienst über die Geschichte informiert. Die angebliche Zusammenarbeit des Ingenieurs mit der CIA hat zu einigen Irritationen geführt: Offenbar ignorierten die USA im Jahre 2006 die Rechtshilfegesuche der Schweiz.
Ausserdem verschwanden aus dem Dossier der Bundesanwaltschaft Akten, wie der eidgenössische Untersuchungsrichter Andreas Müller vor einem Monat bestätigte.
In der Affäre wurden bereits in Südafrika ein Deutscher und ein Schweizer zu bedingten respektive unbedingten Haftstrafen verurteilt. In Mannheim platzte ein Prozess gegen einen in die Atomschmuggel-Affäre verwickelten Deutschen - wegen unvollständiger Akten. Er soll neu aufgerollt werden.
(sda/weis/bosl)
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