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International

Europarat geht Organhandelsvorwürfen nach

Samstag, 26. April 2008, 17:28 Uhr

Gerüchte aus Del Pontes Buch untersucht

Der Europarat wird sich mit Hinweisen auf einen kosovarischen Handel mit Organen von serbischen Gefangenen befassen. Ein russisches Mitglied des Europarates hat eine Motion eingereicht, die eine Untersuchung der Gerüchte aus Del Pontes Buch verlangt.

Carla Del Ponte während einer Rede.
Die Hinweise über den UCK-Organhandel stammen aus Del Pontes Buch. (reuters)

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Der Schweizer Parlamentarier in Strassburg, Andreas Gross, bestätigte eine entsprechende Meldung von Radio DRS.

Die ehemalige Chefanklägerin des UNO-Tribunals für das ehemalige Jugoslawien, Carla Del Ponte, hatte in ihrem Buch «Die Jagd, ich und die Kriegsverbrecher» («La Caccia, io e i criminali di guerra») Gerüchte über diesen Organhandel beschrieben.

Mitglieder der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) sollen rund 300 Serben nach Nordalbanien verschleppt haben, ihnen dort verwertbare Organe entnommen und sie dann ermordet haben.

Dies habe sich nach der Stationierung der NATO-Truppen im Sommer 1999 und mit Wissen hoher UCK-Mitglieder ereignet. Die Beweise hätten jedoch nicht für ein Verfahren gereicht.

Laut Gross hätten die Chefs aller fünf Fraktionen in der vergangenen Woche grünes Licht für die Untersuchung gegeben. Die Motion müsse nun geprüft werden, was aber eine formelle Sache sei.

Anschliessend werde im Rechtsauschuss ein Berichterstatter bestimmt, der die Sache untersuche und einen Bericht verfasse. Dies werde wohl im Juni geschehen.

Das Haager Tribunal hatte die Hinweise von Del Ponte kürzlich bestritten. Auch nach intensiven Ermittlungen gebe es keine «substanziellen» Hinweise, die eine Einschaltung des Kriegsverbrecher-Tribunals erlaubten, bekräftige eine Sprecherin in Den Haag.

(sda/hers)