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15'000 Gläubige pilgern zu Padre Pio

Donnerstag, 24. April 2008, 13:17 Uhr, Aktualisiert 13:17 Uhr

Volksheiliger in Glassarg in Süditalien aufgebahrt

Tausende katholische Pilger haben sich in Süditalien versammelt, um dem vor 40 Jahren verstorbenen Padre Pio die Ehre zu erweisen. Die Gläubigen wollen den kürzlich exhumierten und präparierten Leichnam des Volksheiligen besichtigen.

Jubelnde Gläubige in San Giovanni Rotondo. Im Hintergrund ist ein grosses Gemälde vom Heiligen Padre Pio in Mönchskutte zu sehen.
Wie schon bei seiner Heiligsprechung 2002 feierten die Gläubigen auch heuer ihren Padre Pio. (reuters)

Padre Pio wird im süditalienischen San Giovanni Rotondo in den kommenden neun Monaten in einem gläsernen Sarg ausgestellt. Mehr als 15'000 Besucher werden allein am ersten Tag in der Krypta der Kirche Santa Maria delle Grazie erwartet.

Die Feierlichkeiten begannen mit einer Messe und einer Prozession. Internationale Medien reisten für dieses religiöse Grossereignis an, Fernsehsender berichteten live.

Padre Pio in Italien verehrt

Der Kapuzinermönch und Wunderheiler Padre Pio wird in Italien verehrt, die Bilder des Mönchs hängen in zahlreichen italienischen Häusern, Restaurants und Geschäften. Der als Francesco Forgione geborene Ordensmann lebte von 1887 bis 1968.

Im Alter von 23 Jahren tauchten an seinen Händen, Füssen und der Brust Wunden auf, die an die Kreuzigungsmale Jesu erinnerten. Bereits zu Lebzeiten wurde er wie ein Heiliger verehrt. Im Jahr 2002 sprach Papst Johannes Paul II. Padre Pio heilig.

Die Stadt San Giovanni Rotondo in Ampulien widmet sich voll und ganz ihrem berühmten Bürger. 2004 öffnete eine gigantische Kirche zu Ehren des Paters ihre Pforten.

Vorwurf der Vermarktung

Doch das vom italienischen Stararchitekten Renzo Piano entworfene Gotteshaus wird kaum genutzt: Verehrer des bescheidenen Ordensmannes empfinden es als zu protzig. Eine Kontroverse gab es auch um die Exhumierung. Kritiker sehen darin ein Sakrileg und werfen den Organisatoren eine Vermarktung des Heiligen vor.

Die Besichtigung der sterblichen Überreste Pater Pios wollen sich dennoch zehntausende Katholiken nicht entgehen lassen. Nach Angaben des Kapuzinerordens, dem Pio angehörte, haben bereits 75'000 Menschen aus aller Welt eine Pilgerreise gebucht, um den Leichnam zu besichtigen.

Der örtliche Bischof Domenico D'Ambrosio hatte nach der Exhumierung Anfang März vom guten Zustand des Leichnams geschwärmt. Die Hände des Heiligen sähen «so glatt aus, als kämen sie frisch von der Maniküre», hatte er gesagt.

(sda/godc)

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