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«JJ3 einsperren war keine Variante»

Mittwoch, 16. April 2008, 18:19 Uhr, Aktualisiert 20:04 Uhr

Bündner Jagdinspektor Brosi nimmt Stellung

Nach dem Abschuss des Braunbären JJ3 ist der Bündner Jagdinspektor Georg Brosi unter Beschuss geraten - er erhielt sogar Morddrohungen. Für ihn war allerdings ein «Asyl» für den Bären in einem Gehege keine Variante. Und die Schweiz müsse auch in Zukunft mit neuen Problembären rechnen.

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Der nächste Bär kommt bestimmt

«Der Entscheid, den Bär zu erlegen, haben wir im Sinne des Tieres selber gewählt», sagte Georg Brosi, Vorsteher des Bündner Amtes für Jagd und Fischerei, gegenüber SF.

«Es wäre sicher einfacher gewesen den Bär in ein Gehege zu geben und der Reaktion der Bevölkerung etwas aus dem Weg zu gehen. Aber für das Tier selber war der Entscheid richtig.»

So zeige die Mutter von JJ3, Jurka, heute im Gehege stereotypes Verhalten wie Zwangsbewegungen. Eine solche Situation sei für ein Wildtier sehr belastend. «Deshalb haben wir diesen Weg beschritten und JJ3 nicht in ein Gehege geben wollen. Das war für uns Fachleute von Anfang an keine Variante.»

Das Verhalten von JJ3 sei von Anfang an sehr auffällig bis problematisch gewesen. «JJ3 war bei einem Muttertier aufgewachsen, welche die Jungtiere von Anfang an in Dörfer führte - auch schon in Italien.» Dieses Verhalten habe der Braunbär seit letztem Herbst sogar ausgeprägter gezeigt. Und in den letzten drei Wochen sei er fast täglich in Siedlungen eingedrungen.

Man habe zwar versucht, die Fehlprägungen durch Vergrämungsaktionen zu korrigieren, so Brosi. Allerdings sei unter Fachleuten die Erwartungen nicht allzu hoch gewesen, dass so eine Korrektur gelingen wird.

Brosi erwartet, dass auch künftig Bären in die Schweiz kommen. Es sei davon abhängig, wie stark sich die Bären im Trentino vermehren. Es könne auch wieder ein Problembär sein zum Beispiel die Brüder von JJ3, nämlich JJ4 oder JJ5.

Die Bündner Behörden haben bisher keine Bilder vom toten JJ3 veröffentlicht. Brosi meint dazu, dass man die negativen Reaktionen durch Bilder nicht noch mehr schüren wolle. «Wir wollen auch keine Trophäe vorführen.»

Der Bündner Jagdinspektor hat nach dem Abschuss von JJ3 zahlreiche negative Reaktionen erhalten, darunter auch Morddrohungen. Einige waren allerdings auch positiv, vor allem aus den Gebieten, in denen der Bär gelebt hat.

(sf/schj)

Kommentare aktiv...

Bianca Heidker

Verfasst am: 19.4.2008 20:11

Brosi der Bärenflüsterer

Herr Brosi ist also doch ein... mehr

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Tigeri

Verfasst am: 18.4.2008 9:30

Ursa Major

Wie der Wolf, hat auch der Bär das Recht in... mehr

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Orso

Verfasst am: 18.4.2008 7:58

Nulltoleranz

Die Nulltoleranz gehört in die Schweiz, da die... mehr

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