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WWF kritisiert Abschuss

Dienstag, 15. April 2008, 13:22 Uhr, Aktualisiert 21:13 Uhr

Auch Pro Natura protestiert

Der WWF Schweiz rechnet damit, dass schon bald weitere Bären in die Schweiz einwandern werden. «Der Abschuss von «JJ3» ist darum keine Lösung», kritisiert der WWF und bedauert, dass die Behörden die Tötung vollzogen haben. Auch die Umweltschutzorganisation Pro Natura kritisiert den Abschuss des Bündner Braunbären.

JJ3 liegt am 12. August 2007 narkotisiert im Val Spadlatscha.
WWF und Pro Natura bedauern den Abschuss von «JJ3». (keystone)

Ob der WWF Rekurs gegen den Abschuss erheben werde, sei offen, schreibt der Verband in einer ersten Reaktion. Ob ein Rekurs erfolgversprechend wäre, werde abgeklärt. Mit einem Rekurs könnten Anpassungen im «Konzept Bär Schweiz» bewirkt werden.

Zwar sei «JJ3» bei seinen Streifzügen in Mittelbünden den Menschen sehr nahe gekommen, er sei ihnen gegenüber aber nie aggressiv geworden. Vor diesem Hintergrund müssten die Fakten, die zum Abschuss führten, im Detail überprüft werden.

Die Vergrämungsaktionen hätten, wie vom WWF wiederholt von Bund und Kanton gefordert, weitergeführt werden sollen. Es sei die Chance verpasst worden, die Auseinandersetzung mit einem «Problembären» in der Öffentlichkeit auszutragen und die Bevölkerung für eine bärengerechte Abfallentsorgung zu sensibilisieren, sagte Kurt Eichenberger vom WWF gegenüber der «Tagesschau».

«Jeder Bär, der in den Alpen verloren geht, erhöht das Risiko, dass die Bären im Alpenraum ein zweites Mal ausgerottet werden», beklagt der WWF.

Neben dem WWF kritisiert nun auch die Umweltschutzorganisation Pro Natura den Abschuss des Bündner Braunbären «JJ3». Die Ungeduld der Behörden sei stossend, heisst es in einer Mitteilung.

Das Konzept Bär sei lange vorbildlich eingehalten worden. Am entscheidenden Punkt hätten die Behörden die Geduld aber verloren. Zweifelsohne habe «JJ3» wenig Scheu vor Siedlungen gezeigt. Es gebe aber keine Belege für aggressives Verhalten oder Drohgebärden beim Zusammentreffen mit Menschen.

Die Vergrämung hätte laut Pro Natura konsequent weiter verfolgt werden müssen. Der Abschuss des Braunbären verheisse nichts Gutes für seine Artgenossen und andere einwandernde Wildtiere, schreibt Pro Natura. Der Mensch habe nicht genug unternommen, um das Zusammenleben mit dem Wildtier konfliktarm zu halten.

(sda/widb)