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Ex-Nationalbanker kritisiert Bonus-Systeme

Sonntag, 6. April 2008, 12:51 Uhr, Aktualisiert 07.04.2008, 10:20 Uhr

Blattner von Milliardenabschreiber erschüttert

Zu den Milliarden-Abschreibern der Grossbanken haben nach Ansicht des ehemaligen SNB-Vizepräsidenten Niklaus Blattner deren Bonus-Systeme beigetragen.

Porträt von Niklaus Blattner. Er hält seine linke Hand an den Mund und blickt etwas skeptisch.
Gegenüber dem Bonus-System skeptisch: Ex-Nationalbanker Niklaus Blattner. (keystone)

«Es wäre Zeit, dass für die Anreizsysteme bei den Banken Richtlinien formuliert werden», forderte Blattner in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Solche Richtlinien sollten von den Banken entwickelt werden. Dabei sei aber ein wachsames Auge der Behörden nötig: «Sonst wird die Selbstregulierung selbstgefällig.»

Nach dem jüngsten Abschreiber der UBS von 19 Milliarden Franken bleibe bei ihm eine «gewisse Erschütterung» zurück, sagte der ehemalige Notenbanker. Er sei einfach davon ausgegangen, dass die UBS wie die Credit Suisse ausgezeichnet geführte Grossbanken seien. «Jetzt muss ich sagen: Hier bin ich wieder einmal auf die Welt gekommen.»

Bei der UBS würden die Anreizsysteme und die Verträge der obersten Führungskräfte derzeit generell überprüft, sagte eine UBS-Sprecherin. In der Wochenendpresse herumgebotene Zahlen wollte sie aber nicht bestätigen; die Entschädigungen würden im März 2009 im Kompensationsbericht veröffentlicht.

Die Zeitung «Sonntag» schrieb über eine Entlöhnung des neuen UBS-Verwaltungsratspräsidenten Peter Kurer von maximal 8 bis 10 Millionen Franken gegenüber den Löhnen von bis zu 26 Millionen Franken seines Vorgängers Marcel Ospel. «Blick» und «Sonntagsblick» brachten derweil eine Abfindung von 22 Millionen Franken für den abtretenden Marcel Ospel ins Spiel.

Die Bezüge Ospels würden ebenfalls im nächsten Jahr im Geschäftsbericht nachzulesen sein, hiess es von Seiten der UBS. Neben den im Arbeitsvertrag festgelegten Leistungen soll es aber keine zusätzlichen Abgangsentschädigungen geben: Die Sprecherin verwies dabei auf die Kompensationsgrundsätze im diesjährigen Geschäftsbericht.

(sda/godc)

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