Wirtschaft
UBS-Splitting empfehlenswert
Vorteile für Kunden und Bank überwiegen
Die UBS solle die Investment Bank von der Vermögensverwaltung abtrennen. So lautet die Forderung des ehemaligen UBS-Chefs Luqman Arnold. Für den Direktor des Schweizerischen Instituts für Banken und Finanzen, Manuel Amman, hat diese Forderung durchaus seine Berechtigung.
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Die risikoreichen Investment-Geschäfte würden vom sicheren Privat-Banking abgetrennt, und so das Vertrauen und die Sicherheit für die Privatkunden wieder hergestellt. Diese Forderung des Ex-UBS-Chefs Luqman Arnold sei nicht neu, sagt Manuel Ammann gegenüber «Tagesschau Online». Bisher wurde das Thema bei der UBS aber immer wieder vom Tisch gewischt.
Jetzt, zum Zeitpunkt eines Wechsels an der Spitze der UBS, sei ein Solcher Vorschlag «durchaus legitim» und «prüfenswert», sagt der Direktor des Schweizerischen Instituts für Banken und Finanzen.
Aus Sicht der UBS sei es wahrscheinlich, dass der Aktionärswert durch eine Teilung ansteigen würde. Verschiedene wissenschaftliche Studien zeigen, dass fokussierte Unternehmen an der Börse höher bewertet werden als Konglomerate.
Für Kunden ergäbe sich möglicherweise der Vorteil, dass UBS Kundenberater nicht mehr im gleichen Ausmass dem Druck ausgesetzt wären, den Kunden Produkte aus der eigenen Investment Bank zu empfehlen oder ins Depot zu legen. Der Kunde käme so möglicherweise zu einer besseren Beratung.
Als Nachteil bewerten könnte die UBS, dass gewisse Synergien bei einer Trennung von Investment-Bank und Vermögensverwaltung nicht mehr genutzt werden könnten. Die Möglichkeit zum «Cross-Selling» wäre ebenfalls reduziert.
Heute könne die Bank doppelt verdienen, in dem sie im Rahmen der Vermögensverwaltung Produkte der Investment-Bank verkaufe und so einerseits für die Vermögensverwaltung Gebühren verlangen könne, andererseits aber auch an den verkauften hauseigenen Produkten verdiene.
Müssten die Produkte fremd eingekauft werden, würde dieser Teil der Wertschöpfung nicht mehr bei der UBS anfallen.
Ingesamt überwiege in Fachkreisen heute die allgemeine Einsicht, dass die Vorteile einer Fokussierung deren Nachteile überwiegen und dass Konglomerate aus ganz verschiedenen Geschäftszweigen dazu tendieren, ineffizient zu werden.
Trotzdem müsse die Aufspaltung eines so grossen Unternehmens wie der UBS genau geprüft werden, bevor zur Tat geschritten wird. Die Prüfung eines solchen Schritts gehe nicht von heute auf morgen, ist aber auch keine Frage von Monaten.
Dass es Im Rahmen einer solchen Debatte zu neuen internen Machtkämpfen von Gegnern und Befürwortern eines Splittings der Bank kommen könne, sei «gut möglich», sagte Manuel Amman weiter.
(sf/olsm)
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