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Ex-UBS-Chef Arnold fordert Strategiewechsel

Freitag, 4. April 2008, 11:21 Uhr, Aktualisiert 14:37 Uhr

Widerstand gegen Kurer als VR-Präsident

Die Investmentgesellschaft des ehemaligen UBS-Chefs Luqman Arnold will bei der UBS stärker mitwirken. Sie sucht darum noch vor der Generalversammlung vom 23. April das Gespräch mit dem neuen UBS-Vizepräsidenten Sergio Marchionne.

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Lösungsvorschläge per Brief

Die Investmentgesellschaft Olivant erhofft sich damit, mehr Einfluss auf die Weiterentwicklung der Bank zu nehmen. «Zwar unterstützen wir einige Entscheide des Verwaltungsrats», schreibt die Gesellschaft. Grundlegende Themen seien aber noch offen.

Arnold skizziert in einem siebenseitigen Brief an Marchionne konkrete Ideen - etwa die Suche nach einem anderen Verwaltungsratspräsidenten.

Peter Kurer, der vom Verwaltungsrat als Ospels Nachfolger vorgeschlagen wird, sei ihm und dem Markt als ausserordentlicher «General Counsel» und Kollege bekannt. Doch würden Kurer genau die Kompetenzen fehlen, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt für die Spitzenposition im Verwaltungsrat notwendig seien, schreibt Arnold.

Gegenüber der Tagesschau sagt Arnold: «Er ist nicht unabhängig, er war Teil des Managements für mehrere Jahre. Er wäre ein weiteres Beispiel, dass Leute aus der Geschäftsleitung in den Verwaltungsrat wechseln. Und ich glaube dass dies der UBS langsam zuviel wird.»

Arnold betont zudem, dass die UBS-Führung jetzt Verantwortung übernehmen sollte und nicht erst nachdem diese Art von Krise sich wiederholt.

In seinem Brief fordert er Marchionne auf, sich als interimistischer und nicht-exekutiver Präsident auf die Suche nach einem Kandidaten zu machen. Dieser Kandidat müsse über ausgewiesene strategische Erfahrungen und Fähigkeiten im Risikomanagement und der Kommunikation verfügen.

Arnold sieht sich selbst aber nicht als möglichen Kandidaten. Er sehe sich lediglich als Investor, heisst es bei der zuständigen Pressestelle.

Ferner hält Arnold im Brief die bisherige Strategie der UBS einer integrierten Bank für obsolet. Er schlägt deshalb vor, dass die UBS ernsthaft Verkäufe von Unternehmensteilen evaluiert. Diese Verkäufe sollten der Bank «bedeutende Mittel» einbringen. Damit würden bedeutende künftige Kapitalbeschaffungen von den Aktionären reduziert.

Als mögliche Bereiche, von denen sich die UBS trennen könnte, nennt Arnold das Globale Asset Management, die brasilianische Pactual sowie das Geschäft in der Region Australasien. Diese würden die zwei Kriterien erfüllen, die für eine Veräusserung notwendig seien: Ihr Verkauf darf dem globale Kerngeschäft der UBS nicht materiell schaden und muss zweitens für potenzielle Käufer attraktiv sein.

Eine UBS-Sprecherin bestätigte den Eingang des Schreibens. Die Grossbank werde den Brief sorgfältig prüfen und ihn «zu gegebener Zeit und in angemessener Form» beantworten.

Arnolds Investmentgesellschaft Olivant hält nach eigenen Angaben momentan 0,7 Prozent des ordentlichen Aktienkapitals der UBS.

Mehr zur Krise bei der UBS sehen sie heute Abend in der «Arena» auf SF 1 um 22.20 Uhr.

(sda/ap/hesa)

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