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Schweiz

Bündner Bär riskiert Abschuss

Montag, 31. März 2008, 17:09 Uhr, Aktualisiert 19:10 Uhr

Essenssuche wird für «JJ3» lebensgefährlich

Kaum ist der Braunbär aus dem Winterschlaf erwacht, sorgt er für Unruhe. Im Albulatal (GR)durchstöberte er zwei Maiensäss-Siedlungen auf der Suche nach essbarem Abfall. Mit seinen Streifzügen riskiert er die Einstufung als Risikobär und damit den Abschuss.

Braunbär Bruno
JJ3 könnte bald wie sein Halbbruder «Bruno» ausgestopft im Museum landen. (reuters)

«Der Hausbesitzer hörte den Bären rumoren, sah ihn, ging hinaus und verjagte ihn,» sagte der Bündner Jagdinspektor Georg Brosi. Weder Bär noch Mann kamen zu Schaden.

Die Wildhüter werden laut Brosi nun versuchen, dem Bären mit Gummi-Schrott-Schüssen und lauten Knall-Petarden das Eindringen in Siedlungen abzugewöhnen.

Sollte er sich trotz Vergrämungsaktionen weiterhin in der Nähe von Siedlungen und damit des Menschen aufhalten, so droht ihm laut dem «Konzept Bär» des Bundes die Einstufung als Risikobär und damit der Abschuss.

Die Umerziehung dürfte schwierig werden, denn «JJ3» hat von klein auf von seiner Mutter gelernt, in Siedlungen nach Futter zu suchen. «Er setzt Siedlungen mit Nahrung gleich», erklärte Brosi.

Mutter Jurka wurde in Italien wegen dieses Verhaltens gefangen genommen und lebt nun in einem Gehege. Ihr erster Sohn «Bruno» wurde in Bayern geschossen und ist nun ausgestopft in einem Münchner Museum ausgestellt.

(ap/hael/gutm)