Inhalt

International

Mindestens 37 Tote bei Anschlag in Afghanistan

Montag, 18. Februar 2008, 16:05 Uhr

Opfer ausschliesslich Zivilpersonen

In der südafghanischen Provinz Kandahar sind beim zweiten schweren Selbstmordanschlag innerhalb von 48 Stunden mindestens 37 Menschen getötet worden.

Bewaffneter Mann vor drei zerstörten Polizeiautos
Bereits am Sonntag kamen bei einem Anschlag in Kadahar 100 Menschen ums Leben. (reuters)

Der Attentäter steuerte in der Stadt Spin Boldak nahe der pakistanischen Grenze ein mit Sprengstoff beladenes Auto auf einen kanadischen Militärkonvoi und löste die Explosion auf einem belebten Markt aus.

Bei den Toten handelt es sich nach amtlichen Angaben ausschliesslich um Zivilpersonen; drei kanadische Soldaten wurden leicht verletzt. Die Soldaten der NATO-Schutztruppe ISAF leisteten vielen der mindestens 30 Verletzten Erste Hilfe, wie ein ISAF-Sprecher mitteilte. Einige Verletzte wurden über die Grenze nach Pakistan in ein Krankenhaus nach Chaman gebracht.

Am Sonntag wurde auf einem Feld am Rand der Provinzhauptstadt Kandahar der schwerste Anschlag seit dem Sturz des Taliban-Regimes 2001 verübt: Ein Selbstmordattentäter riss gut 100 Menschen mit in den Tod.

Die ersten Opfer wurden bereits beigesetzt. Rund 1500 Angehörige und Freunde gaben ihnen das letzte Geleit. Der prominente Milizenführer und Taliban-Gegner Abdul Hakim Dschan wurde schon am Sonntagabend von Verwandten und Angehörigen seines Stammes zu Grabe getragen.

Ein Sprecher der islamisch-fundamentalistischen Taliban wies eine Verantwortung für den Anschlag vom Sonntag zurück, was die Organisation bei einer hohen Zahl ziviler Opfer angeblich immer macht. Der Afghanistan-Experte Antonio Giustozzi von der London School of Economics sagt, es sei nicht auszuschliessen, dass der Anschlag vom Sonntag von Rivalen Dschans in Arghandab verübt worden sei.

(ap/webj)