Schweiz
Calmy-Rey sichert dem Kosovo Unterstützung zu
Freudenfeste in den Schweizer Städten
An der Heiligen Messe der Katholischen Albanermission in Wil (SG) hat Bundesrätin Micheline Calmy-Rey dem Kosovo die Unterstützung der Schweiz zugesichert. In mehreren Schweizer Städten kam es derweil zu Freudenfesten von Menschen aus dem Kosovo.
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«Sie haben das Privileg, aber auch eine Verpflichtung, die Chance zu packen, aus ihrer Heimat ein Vorbild für Europa und die Welt zu machen», sagte die Aussenministerin am Tag der Unabhängigkeitserklärung der serbischen Provinz gemäss Redetext in der Wiler Kirche St. Nikolaus.
Sie appellierte an die Anwesenden, zu Botschaftern eines Kosovo zu werden, «der kein mono-ethnischer Staat wird», sondern der die Vielfalt und den Schutz der Minderheiten als eine wahre Stärke und Grösse betrachte. Der Schutz von sprachlichen und religiösen Minderheiten könne nur mit starken Institutionen funktionieren, gab Calmy-Rey zu bedenken.
Für ein Zusammenleben von stark unterschiedlichen Gemeinschaften brauche es den Willen der Menschen und die «Unterstützung, oder mindestens das Wohlwollen der grossen Mächte». Sie hoffe sehr, dass in Europa solche Staatsentwicklungen noch möglich seien.
Die Kirche St. Nikolaus konnte die zahlreichen Besucher und Gäste kaum fassen. Am Gottesdienst, zu dem die katholische albanische Gemeinde Ostschweiz eingeladen hatte, nahmen auch zahlreiche muslimische Albaner teil.
Neben Calmy-Rey waren die St. Galler Regierungspräsidentin Kathrin Hilber, Wils Stadtpräsident Bruno Gähwiler, der albanische Botschafter Mehmet Elezi und weitere Vertreter von Behörden und Kirchen anwesend.
Tausende Kosovaren haben in mehreren Schweizer Städten ihrer Freude über die Unabhängigkeit Ausdruck gegeben. Sie fuhren in hupenden Autokonvois mit Fahnen durch die Strassen und besammelten sich auf Plätzen.
In Bern versammelten sich rund 400 Menschen auf dem Bundesplatz. Laufend stiessen weitere zu der friedlichen und fröhlichen Kundgebung. Auf dem Platz wurden Freudentänze vollführt.
Hupende Autos umkreisten die Menge mit schwarzroten Fahnen. Auch zahlreiche Schweizer Fahnen wurden geschwenkt. So gaben die Manifestanten ihrer Freude über die Unterstützung der Schweiz für die Unabhängigkeit ihrer Heimat Ausdruck.
In Zürich drängten sich nach 15 Uhr bereits mehrere tausend Menschen auf den Helvetiaplatz. Der ganze Platz war bevölkert. Die Leute lagen sich in den Armen. Freudentränen strömten.
Die Kosovaren schwenkten Dutzende von roten Fahnen mit dem schwarzen Adler. Aber auch das Schweizer Kreuz und die US-Flagge waren zu sehen.
(sda/wenn/bosy)
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