International
Gewalt nach Kosovo-Erklärung
Unruhen in Belgrad / NATO warnt
Nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo ist es in Serbien und im Kosovo vereinzelt zu Gewaltausbrüchen gekommen. Die von Serben und Albanern bewohnte Stadt Mitrovica im Norden des Kosovo wurde von einer Explosion erschüttert. In Belgrad wurden zahlreiche Polizisten bei Krawallen verletzt.
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Wie die Polizei der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, ereignete sich die Explosion in der Nähe eines UNO-Gerichts. Es seien Ermittlungen über die Ursache für die Explosion eingeleitet worden.
In Belgrad versammelten sich rund 2000 meist junge Serben vor der US-Botschaft und bewarfen das von 500 Polizisten bewachte Gebäude mit Steinen. Mehrere Polizisten wurden verletzt und ins Spital gebracht, Fensterscheiben gingen zu Bruch. «Kosovo ist das Herz Serbiens», riefen sie. Serbien lehnt eine Unabhängigkeit des Kosovo ab.
Wie es weiter heisst, wurden Handgranaten gegen Gebäude geschleudert, die Einrichtungen der Europäischen Union oder der UNO beherbergen.
NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer warnte vor Gewalt in der bisher serbischen Provinz. Die von der NATO geführte KosovoTruppe KFOR werde auch weiterhin ihre Verantwortung für die Sicherheit im Kosovo wahrnehmen, erklärte De Hoop Scheffer in Brüssel. Dies gelte «bis der UNO-Sicherheitsrat anders entscheidet».
Die Stärke und Befehlskette der rund 17'000 Soldaten zählenden KFOR seien in keiner Weise durch die Unabhängigkeitserklärung berührt. «In dieser heiklen Zeit wird die KFOR rasch und entschlossen gegen jeden vorgehen, der Gewalt einsetzen will», erklärte der NATO-Generalsekretär.
Die NATO fordere alle Seiten im Kosovo auf, «die grösstmögliche Zurückhaltung und Mässigung an den Tag zu legen». Der NATO-Rat, in dem die 26 Regierungen des Bündnisses vertreten sind, werde am Montag in Brüssel über die Lage im Kosovo beraten, sagte De Hoop Scheffer.
(agenturen/halp)
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