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Turmfalke ist Vogel des Jahres

Mittwoch, 30. Januar 2008, 14:58 Uhr

Lebensraum des Rüttelfliegers zunehmend bedroht

Der Schweizer Vogelschutz (SVS) hat den Turmfalken zum Vogel des Jahres 2008 gekürt. Der Turmfalke steht in der Schweiz auf der Liste der potenziell gefährdeten Vogelarten, weil ihm zunehmend Nahrung und Nistplätze abhanden kommen.

Turmfalke beim Rütteln
Der Turmfalke ist in der Lage, in der Luft praktisch an Ort zu verharren. (birdlife)

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Charakteristisch für den Turmfalken ist sein so genannter Rüttelflug, wie der SVS schrieb. Damit ist er in der Lage, in der Luft praktisch an Ort zu verharren und die Umgebung am Boden nach Beute abzusuchen.

Doch in den letzten Jahren hat der Turmfalke immer mehr Probleme: In vielen Ackerflächen fehlen Bunt- oder Rotationsbrachen, Wiesenstreifen oder Niederhecken mit Säumen, in denen Beutetiere wie Mäuse, Amphibien und Reptilien leben.

Ein weiteres Problem für den Turmfalken sind fehlende Nistplätze. Der Turmfalke baut sein Nest in den Bergen oder im Mittelland in Felsnischen, Nischen in Gebäuden oder Kirchtürmen und in Nistkästen an Scheunen. Er benutzt aber auch alte Krähennester.

In den Alpen besitzt der Turmfalke nach wie vor genug Nistplätze. Im Mittelland dagegen fehlen an neuen Gebäuden häufig die nötigen Nischen oder Nistkästen.

Um das Überleben des Turmfalken zu sichern, fordert der SVS einen gezielten ökologischen Ausgleich. Der Turmfalke sei auf eine reich strukturierte Landschaft mit einem dichten Netz ökologischer Ausgleichsflächen angewiesen.

Der heutige Mangel an solchen Strukturen müsse in der Landwirtschaftspolitik durch eine Umlagerung behoben werden, schreibt der SVS. Die allgemeinen Direktzahlungen müssten in ausreichende Zahlungen an konkrete ökologische Leistungen auf ausgeräumten Kulturlandflächen umgewandelt werden.

Zudem könnten an Scheunen im Kulturland und auch an höheren Häusern am Siedlungsrand Nistkästen aufgehängt werden. In Neubauten können so genannte Niststeine beim Bau direkt in die Mauer integriert werden.

(sda)