Schweiz
Anti-WEF-Demo in Zürich aufgelöst
Bern erwartet friedliche Proteste
Bei einer unbewilligten Anti-WEF-Kundgebung am späten Freitagabend in Zürich-Aussersihl hat die Stadtpolizei Zürich 48 Demonstranten festgenommen. Sie setzte Gummischrot-Geschosse ein. Für Samstagnachmittag sind bewilligte Kundgebungen in Bern und Davos geplant.
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Der Zürcher Demonstrationszug startete am Freitagabend kurz vor 21 Uhr bei der Bäckeranlage im Stadtkreis 4. Die über 100 teilweise vermummten Anti-WEF-Aktivisten seien ziellos durch das Quartier gezogen und dann vom starken Polizeiaufgebot überrascht worden, teilte die Polizei mit.
Nach etwa 45 Minuten sei die Demonstration aufgelöst worden. Meldungen über Sachbeschädigungen habe die Polizei noch keine erhalten.
Ein «Revolutionäres Bündnis Region Zürich» teilte mit, es seien zwei Demonstrationszüge von rund 200 Leuten gebildet worden.
Die Polizei sei mit zwei Wasserwerfern aufgefahren und habe aus nächster Nähe mit Gummischrot in die Menge geschossen. Danach seien wahllos Leute eingekesselt worden. Die Gruppe kündigte weitere Aktionen auf der Strasse an.
Die für Samstag geplanten Kundgebungen in Bern und Davos sind hingegen bewilligt. An die Bewilligung der Berner Proteste knüpfte das zuständige Polizeiinspektorat allerdings Bedingungen.
Der Gesuchsteller, Giovanni Schumacher, hat sich mit allen Auflagen einverstanden erklärt und dies auch schriftlich bestätigt. Schumacher habe zugesichert, für eine friedliche Demonstration am Samstag einzustehen, bei der es «zu keinen militanten Aktionen kommt», heisst es in einer Mitteilung des Veranstalters. Für die Kundgebung wurde von den Behörden eine Route zwischen Kornhaus- und Rathausplatz festgelegt.
Hinter der Anti-WEF-Kundgebung steht ein Bündnis für globalen Widerstand, das sich vorwiegend aus Gruppierungen der linksautonomen Szene zusammensetzt.
Manuel Willi, Chef der Regionalpolizei Bern, rechnet mit einer friedlichen Demonstration. Garantieren soll dies ein eigens aufgestellter Ordnungsdienst. «Wir haben auch keine Hinweise darauf, dass national in grösserem Mass militante Kräfte mobilisiert werden», sagte Willi. Die Ausgangslage sei anders als vor einer Woche, sagte er.
Im Vorfeld der Demonstration von vergangenem Samstag hätten sich Veranstalter in den Massenmedien explizit gegen eine gewaltfreie Kundgebung ausgesprochen. Entsprechende Äusserungen von Organisator Giovanni Schumacher in der Nachrichtensendung «10vor10» hatten schliesslich zum Rückzug der bereits erteilten Bewilligung geführt. An der unbewilligten Kundgebung war Schumacher dann umgehend verhaftet worden.
Trotz Demo-Verbot marschierten am vergangenen Samstag mehrere hundert Demonstranten in der Berner Innenstadt auf. Ein grosses Polizeiaufgebot verhinderte aber eine Kundgebung. Es kam zu Scharmützeln, die Sachschäden hielten sich jedoch in Grenzen. Rund 200 Personen wurden festgenommen, darunter auch führende Aktivisten.
Am Donnerstagabend versammelten sich über 100 Personen vor dem Berner Rathaus, um gegen die Festnahmen am vergangenen Samstag zu protestieren. Diese Aktion verlief friedlich.
(sda/sidd/halp)
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