Schweiz
Polizei bedauert «irrtümliche» WEF-Festnahme
Die «Wochenzeitung» sieht die Festnahme eines ihrer Journalisten als Angriff auf die Pressefreiheit
Die Kantonspolizei Bern hat bestätigt, dass sie an der Anti-WEF-Demonstration vom vergangenen Samstag zwei Journalisten verhaftet hatte. Eine Festnahme sei irrtümlicherweise erfolgt. Der zweite Journalist hingegen habe keinen gültigen Presseausweis gehabt.
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Der Mitarbeiter der «Wochenzeitung» (WoZ) sei vorübergehend festgenommen worden, weil er enge Kontakte zu den Organisatoren der Demonstration gehabt habe, erklärt die Kantonspolizei. Auch sei er eine der Führungspersonen der unbewilligten Kundgebung vom 6. Oktober in Bern gewesen. Beim Journalisten handelt es sich um einen Mitarbeiter der Genfer Tageszeitung «Le Courrier».
Die Festnahme sei aus der Situation heraus zu verstehen. Die Polizei bedaure dies. Sie achte die Medienfreiheit und wolle Journalisten nicht an ihrer Arbeit hindern. Die Zürcher «Wochenzeitung» erklärte in einer Medienmitteilung, festgenommen worden sei ein Berner Mitarbeiter der «WoZ». Er habe eine Bestätigung der Redaktion vorgewiesen, dass er die Demonstration in Bern beobachten solle.Die «WoZ»-Redaktion protestiert gegen «diesen Angriff auf die Pressefreiheit».
Im Zusammenhang mit den Protesten gegen das Weltwirtschaftsforum hatte die Kantonspolizei 242 Personen vorübergehend festgenommen. Wie viele Personen angezeigt würden, könne erst in ein paar Tagen gesagt werden, erklärte ein Polizeisprecher.
Die Polizei nimmt derzeit auch noch keine Stellung zu den Vorwürfen, welche die Menschenrechtsgruppe «aufenauf» Bern gemacht hatte. Diese erklärte in einer Mitteilung, Verhaftete hätten ohne Angabe eines Grundes stundenlang in der Kälte warten müssen. Einige seien von der Polizei mit Wasser begossen worden.
Die Polizei werde nach internen Abklärungen voraussichtlich noch in dieser Woche Stellung nehmen, sagte der Polizeisprecher weiter. Die Polizei liess sich beim Umgang mit den Festgenommenen von der Berner Regierungsstatthalterin Regula Mader beobachten. Dies geschah auf Bitte von Polizeikommandant Stefan Blättler.
Mader will ihren Bericht Ende Woche vorstellen. Die Regierungsstatthalterinnen und Regierungsstatthalter haben im Kanton Bern unter anderem die Aufgabe, die Polizeiarbeit zu beaufsichtigen.
Das «Bündnis für globalen Widerstand», das die Kundgebung in Bern organisiert hatte, plant eventuell für kommenden Samstag eine weitere Demonstration in Bern. Dies werde zum einen erwogen, weil die Inhalte des Protests gegen das Weltwirtschaftsforum in Davos nicht durchgedrungen seien. Andererseits hätten der Berner Gemeinderat und die Kantonspolizei die Demonstration unter Darstellung falscher Tatsachen verhindert. Das Bündnis habe nicht zu Gewalt aufgerufen und die Demonstrationsteilnehmer hätten keine Gewalt ausgeübt, sagte Odermatt weiter.
(sda/webj)
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