Schweiz
Freudentag im Bündnerland
Vater Schlumpf ist stolz auf seine Tochter
Die Wahl von Eveline Widmer-Schlumpf zur Bundesrätin ist in Graubünden mit grosser Freude aufgenommen worden. Die Familie, die Regierung, Parteien und die Bevölkerung begrüssten die mit Spannung erwartete Annahme der Wahl.
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Mit der 51-jährigen Eveline Widmer-Schlumpf ist der Kanton Graubünden zum vierten Mal im Bundesrat vertreten. Zuletzt war ihr Vater, der heute 82-jährige Leon Schlumpf, Mitglied der Landesregierung. Er stand von 1979 bis 1987 dem Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement vor.
Im Hause Schlumpf herrscht denn auch grosse Freude: Der Vater der neuen Bundesrätin reiste nicht nach Bern und feierte zu Hause im 2000-Seelen-Dorf am Fusse des Calandamassivs.
Dank ihrer Leistungen und Qualitäten sei seine Tochter zur Bundesrätin gewählt worden, sagte alt Bundesrat Leon Schlumpf, der vor 20 Jahren als Verkehrs- und Energieminister zurückgetreten ist. Die neue Bundesrätin reiste am Mittwochabend nach der Wahl zurück an ihren Wohn- und Heimatort und sprach auch mit den Eltern.
«Wir haben Pro und Contra abgewogen. Und aus ihren Äusserungen habe ich nach dem Gespräch auf eine Annahme der Wahl geschlossen», sagte Leon Schlumpf. Und gab sich überzeugt: «Ohne Bedenkzeit hätte sie am Mittwoch nach der Wahl eher nein gesagt.»
Der Druck auf Annahme der Wahl sei seinem Empfinden nach letztlich grösser gewesen als jener auf Ablehnung. Am späten Abend habe sich Tochter Eveline mit den Worten verabschiedet, sie wolle jetzt über die ganze Sache schlafen.
Nach der Wahl von Eveline Widmer-Schlumpf in die Landesregierung wird einer der fünf Sitze in der Bündner Regierung vakant. Die Ersatzwahl findet frühestens am 24. Februar statt.
Gibt es Vakanzen in der Kantonsregierung, tritt eine Stellvertretungsregelung in Kraft. Danach wird Regierungspräsident Martin Schmid (FDP) das Departement für Finanzen und Gemeinden interimistisch führen.
Erwartet wird, dass die SVP als Nachfolgerin von Widmer-Schlumpf Parteipräsidentin Barbara Janom Steiner portiert. SVP-Standespräsident Leo Jeker sieht Janom Steiner in der aussichtsreichsten Position.
(sda/sprm)
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