Schweiz
«Wenn sie mich fragen würde ...»
Alt Bundesrat Schlumpf zum Wahlsieg der Tochter
Zwei Mal Überraschung auch im Hause von alt Bundesrat Leon Schlumpf in Felsberg bei Chur: Zuerst wird Tochter Eveline überraschend in den Bundesrat gewählt. Überraschung Nummer zwei: die Bedenkzeit der Gewählten. Vater Leon Schlumpf verfolgte die hochspannende Wahl 20 Jahre nach seinem Rücktritt als Bundesrat am Fernsehen und sah, wie seine 51-jährige Tochter reüssierte.
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Ein riesiger Vertrauensbeweis sei das an jemanden, der von ausserhalb des Parlaments komme, sagte der 82-Jährige. Und: «Ich habe keine Ahnung, ob sie die Wahl jetzt annimmt.»
Auch am Mittwochnachmittag wusste Leon Schlumpf nicht, ob seine Tochter, die erfolgreiche Bündner Finanzdirektorin, am Donnerstagmorgen Annahme der Wahl erklären wird oder nicht. «Eveline ist eine sehr eigenständige Person. Sie diskutiert gerne. Aber konkret um Rat fragt sie ihren Vater nicht», sagte der ehemalige Verkehrs- und Energieminister.
«Dass sie sich jetzt eine Bedenkfrist ausbedungen hat, ist ein Zeichen dafür, dass sie selber nicht mit diesem Wahlausgang gerechnet hat», sagte der alt SVP-Bundesrat. Würde sie ihren Vater in dieser schwierigen Situation für einmal um Rat fragen, er würde ihr Pro und Contra auf den Tisch legen, erklärte Schlumpf.
Eveline Widmer-Schlumpf hat es immer vermieden zu sagen, Bundesrätin zu werden sei ihr Ziel. Auch in der Familie sei nie darüber gesprochen worden, wie Leon Schlumpf betont.
«Leichthin» habe man hie und da geredet davon; dann, wenn Eveline in der Öffentlichkeit wieder einmal als mögliche Bundesratskandidatin genannt worden sei.
In dieser Beziehung habe seine Tochter etwas von seinem Erbgut. «Auch ich wollte nie Bundesrat werden. Ich hatte andere berufliche Vorstellungen», sagte Schlumpf. Bereut habe er die acht Jahre in Bern als Minister für Verkehrs- und Energiefragen aber nie.
(sda/halp)
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