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Tochter von alt Bundesrat Leon Schlumpf

Mittwoch, 12. Dezember 2007, 12:02 Uhr, Aktualisiert 13.12.2007, 10:17 Uhr

Grosse Schafferin und gewiefte Rednerin

Die neu in den Bundesrat gewählte Eveline Widmer-Schlumpf hat eine gradlinige Karriere ohne alle Rückschläge hingelegt. Die Bündner Regierungsrätin gilt als ehrgeizig und grosse Schafferin. Sie geniesst bei allen Parteien und in der Bevölkerung hohes Ansehen.

Widmer-Schlumpf wurde am 16. März 1956 geboren und ist in Felsberg bei Chur aufgewachsen. Die Tochter von alt Bundesrat Leon Schlumpf besuchte die Kantonsschule in Chur und studierte Jura an der Universität Zürich, wo sie 1990 ihr Doktorat ablegte.

Von 1987 bis zu ihrer Wahl in die Bündner Regierung war sie als Rechtsanwältin und Notarin tätig. Ausserdem sass sie fünf Jahre im Grossen Rat. 1998 wurde sie im ersten Wahlgang mit dem besten Resultat aller Kandidaten in die Kantonsregierung gewählt. Und auch bei ihren beiden Wiederwahlen 2002 und 2006 erzielte sie jeweils Spitzenresultate.

Als erste Frau in der Bündner Regierung stand die heute 51-Jährige ununterbrochen dem Finanzdepartement vor. Mit ihrer zielstrebigen Arbeit verschaffte sie sich Anerkennung über alle Parteigrenzen hinweg.

Im Kantonsparlament gilt sie als rasche Denkerin und gewiefte Rhetorikerin. Ihr gelang es immer wieder, auch politische Gegner zu überzeugen und unpopuläre Vorlagen durchzubringen.

So war es vor allem ihrer Überzeugungskraft zu verdanken, dass das Parlament 2003 das grösste Sparprogramm in der Geschichte Graubündens verabschiedete.

Widmer-Schlumpf gelang es, die Kantonskasse in wenigen Jahren aus tiefroten Zahlen wieder ins Lot zu bringen. Ihr Fachwissen ist auch in der Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren gefragt, die sie seit 2001 präsidiert.

Schweizweit machte die dreifache Mutter im Jahr 2004 Schlagzeilen: An vorderster Front setzte sie sich gegen Steuersenkungen auf Bundesebene ein. Dabei nahm sie wie immer kein Blatt vor den Mund.

Als «unkorrekt, untragbar, unsinnig und ungerecht», brandmarkte sie als Sprecherin der Referendumskantone die Vorlage - und ihre deutlichen Worte hatten Wirkung. Das Volk lehnte das Ansinnen mit zwei Dritteln Nein-Stimmen ab, und kein einziger Kanton stimmte zu.

(sda/widb)