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Es war eine Allianz von Mitte-Links, die im Bundeshaus den Ton angab. Ohne vorherige Ankündigung schickten die Fraktionen von CVP, SP und den Grünen Widmer-Schlumpf ins Rennen. Ihre Strategie ging auf. Die gemässigte SVP-Frau erreichte gegen Christoph Blocher bereits im zweiten Wahlgang das absolute Mehr.
Zur entscheidenden Frage, ob Eveline Widmer-Schlumpf ihre Wahl in den Bundesrat annimmt, haben Bundespolitiker am Mittwochabend divergierende Aussagen gemacht. Die einen wollen wissen, dass sie annimmt, die anderen haben verlässliche Informationen, dass sie ablehnt.
Würde die 51-jährige Widmer-Schlumpf, Tochter von alt Bundesrat Leon Schlumpf, ja sagen, zöge ein dritte Frau in den Bundesrat ein. Die Landesregierung würde verjüngt, und die CVP hätte sich bei der SVP für die Nichtwiederwahl Ruth Metzlers revanchiert.
Richtiger Zeitpunkt?
Für alles, was man im Leben mache, gebe es den richtigen oder den falschen Zeitpunkt, sie werde sich danach richten. Dies sagte die frisch gewählte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf gegenüber der «Tagesschau» von Schweizer Fernsehen.
Sie habe in ihrem Leben nie ein Amt oder eine Aufgabe gesucht, aber sie habe alles gern gemacht, sagte sie weiter. Sie suche nicht die Auseinandersetzung, sondern sie arbeite lösungsorientiert, meinte die Bündner Finanzdirektorin im Interview.
Neue SVP um Samuel Schmid?
Sollte Widmer-Schlumpf die Wahl ausschlagen, wird die SVP wieder mit Christoph Blocher antreten. Sollte er dann wiederum nicht gewählt werden, geht die Partei in die Opposition. Andere gewählte SVP-Bundesräte gehörten bei einer Abwahl Blochers nicht mehr zur Fraktion, sagte Fraktionschef Caspar Baader.
SVP-Bundesrat Samuel Schmid, der mit glanzvollen 201 Stimmen wiedergewählt wurde, liess sich davon nicht beeindrucken. Er liess sich zusammen mit den anderen fünf bestätigten Bundesräten vereidigen. In der Wandelhalle des Bundeshauses wurden Stimmen laut, es könnte um Schmid eine neue SVP gegründet werden.
Couchepin erneut Bundespräsident
Weiter wählte das Parlament mit 197 Stimmen Pascal Couchepin zum zweiten Mal zum Bundespräsidenten. Verschoben wurde die Wahl des Vizepräsidenten, da turnusgemäss Blocher an der Reihe gewesen wäre. Zur Bundeskanzlerin wählte das Parlament die Bündnerin Corina Casanova, die von der CVP portiert worden war.
(sda/widb)
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