Schweiz
Casanova ist neue Bundeskanzlerin
Ovationen für scheidende Huber-Hotz
Die Vereinigte Bundesversammlung hat die 51-jährige Rechtsanwältin Corina Casanova mit 124 von 244 gültigen Stimmen zur Stabschefin des Bundesrates gewählt. Sie löst Annemarie Huber-Hotz ab, die sich nach acht Amtsjahren nicht zur Wiederwahl stellte.
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Huber-Hotz wurde vom Parlament im Beisein des Bundesrates mit einer Standing Ovation verabschiedet. Die Bundeskanzlerin habe seit Ende 1999 die Landesregierung «gecoacht» und in 350 Bundesratssitzungen an 15'000 Geschäften mitgewirkt, sagte Bugnon.
Die freisinnige Huber-Hotz habe eine exemplarische Karriere in der Bundesverwaltung hinter sich, die sie als erste Frau ins Bundeskanzleramt geführt habe. Sie gehöre zur Generation, die noch habe beweisen müssen, dass sie ebenso gut sei wie die Männer.
Mit Huber-Hotz verlören die Bundeskanzlei und die Bundesverwaltung eine grosse Arbeiterin, die unter dem Zeichen des Schweizer Wappens den Kontakt zur Bevölkerung gesucht und gefunden habe. Ihre Leistung als Bundeskanzlerin habe die Latte für ihre Nachfolgerin oder ihren Nachfolger hoch gelegt, schloss Bugnon.
Huber-Hotz bezeichnete es als Privileg, während fast 30 Jahren hinter und vor den Kulissen an der Bundespolitik beteiligt gewesen zu sein. Es sei eine Freude gewesen, im Team der Bundeskanzlei, mit der Bundesverwaltung, aber auch mit den Medien zusammenzuarbeiten.
Sie gehe mit Zuversicht in die Zukunft, «weil wir ein kluges Volk und ein einzigartiges politisches System haben.»
Die CVP portierte Vizekanzlerin Corina Casanova, die SVP die stellvertretende Generalsekretärin des EVD, Nathalie Falcone Goumaz, die FDP den Generalsekretär des VBS, Markus Seiler.
Die CVP-EVP-GLP-Fraktion hat Corina Casanova zu ihrer Wahl zur Bundeskanzlerin gratuliert. Die ehemalige Vizekanzlerin und CVP-Kandidatin sei eine überaus kompetente Persönlichkeit, teilte die Fraktion mit.
Casanova kenne die Abläufe und Verfahren rund um die Aufgaben des Bundesrates, der Departemente und des Parlaments sehr gut. Sie war während neun Jahren im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) für drei Mitglieder des Bundesrates tätig, anfänglich im Stab von den Bundesräten Flavio Cotti und Joseph Deiss, in den letzten drei Jahren als stellvertretende Generalsekretärin bei Bundesrätin Micheline Calmy-Rey.
Aufgrund ihrer vierjährigen Tätigkeit als Informationsbeauftragte der Parlamentsdienste kenne Casanova auch die Abläufe des Parlaments und verfüge damit über gute Kenntnisse der internen Prozesse zwischen Parlament, Bundesrat und Bundesverwaltung.
Laut der Fraktion ist mit ihr eine Bundeskanzlerin gewählt worden, welche dem Bundesrat die optimalen Arbeitsbedingungen schaffen und der Bundesverwaltung und der Bevölkerung ausgezeichnete Dienste leisten wird.
(sda/halp)
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