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Sterbehilfe ohne Arztbesuch

Mittwoch, 28. November 2007, 21:09 Uhr, Aktualisiert 22:40 Uhr

Strafverfahren im Fall Exit

Neue Vorwürfe gegen die Sterbehilfeorganisation Exit. Gemäss Recherchen der «Rundschau» hat der frühere Leiter der Freitodbegleitung von Exit einer psychisch kranken Frau eine Dosis des tödlichen Natriumpentobarbital (NaP) überreicht, ohne dass die Frau vorgängig einen Arzt besucht hatte. Jetzt ermittelt die Zürcher Staatsanwaltschaft.

Ein Glas mit einem Löffel darin steht auf einem Tisch, daneben eine Arznei-Flasche.
Eine 59-jährige Frau erhielt heimlich eine Dosis des tödlichen Mittels. (keystone)

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Gegenüber der «Rundschau» bestätigt der zuständige Oberstaatsanwalt, dass im Zusammenhang mit Exit ein Strafverfahren eröffnet wird.

Im konkreten Fall geht es um eine heute 59 Jahre alte Frau, die sich vor drei Jahren von Exit wegen psychischer Probleme in den Tod begleiten lassen wollte. Gegenüber der «Rundschau» sagt die Frau, Exit habe die Begleitung abgelehnt, doch der damalige Leiter der Freitodbegleitung, Werner Kriesi, habe angeboten, ihr trotzdem zu helfen.

Er habe ihr das tödlich wirkende NaP bei einem heimlichen Treffen übergeben. «Er instruierte mich, wie ich es nehmen sollte», erzählt die betroffene Frau. Der angeschuldigte Freitodbegleiter Werner Kriesi ist heute noch Mitglied der Exit-internen Ethikkommission.

Er habe damals sein Handeln als einzige Möglichkeit gesehen, «einen bereits in brutaler Form geplanten Suizid zu verhindern», so Kriesi gegenüber der «Rundschau». Ins Visier der Justiz gerät jetzt auch das umstrittene Reservelager von Natriumpentobarbital (NaP), welches sich am Geschäftssitz von Exit befindet.

Der Zürcher Kantonsapotheker Werner Pletscher zeigte sich empört. «Aufgrund der 'Rundschau'-Recherchen sind wir sofort aktiv geworden und haben eine rechtlich gültige Verfügung erlassen, welche Exit auffordert, diese illegalen Lager innerhalb von drei Arbeitstagen vollständig zu uns zu bringen.» Exit hat gegen diese Verfügung inzwischen Rekurs eingelegt.

(sf/wenn)