Schweiz
Der Milchpreis soll weiter steigen
Bauern planen nationalen Verkaufspool
Der Milchpreis soll weiter steigen: Auf den 1. März 2008 werden die Schweizerischen Milchproduzenten (SMP) eine weitere Erhöhung fordern. Sie begründen dies damit, dass auch in den Nachbarländern die Preise im Steigen begriffen seien.
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Das Jahr 2007 habe eine Trendwende am Milchmarkt gebracht, sagte SMP-Präsident Peter Gfeller an der Delegiertenversammlung in Bern. Nach zwei Preissenkungsrunden anfangs Jahr seien steigende Produzentenpreise seit wenigen Monaten Realität geworden.
Erstaunlich und erfreulich zugleich sei, dass die SMP mit ihrer Forderung im Grossen und Ganzen auf Verständnis gestossen seien. Dass eine Preiserhöhung fast stillschweigend hingenommen werde, sei überhaupt nicht selbstverständlich.
Kritik übte Gfeller in diesem Zusammenhang an Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard. Die Magistratin trimme das agrarpolitische Umfeld beharrlich auf «liberaler» und «billiger», sagte der SMP-Präsident.
Angeführt von Leuthard sei innert weniger Wochen auf allen Ebenen der Kampf gegen die vermeintliche Nahrungsmittel-Hochpreisinsel eröffnet worden. So habe die Volkswirtschaftsministerin die Idee eines Agrarfreihandelsabkommens mit der EU neu lanciert.
Manfred Bötsch, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, verteidigte vor den Delegierten die Politik des Bundes. Ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU würde auf allen Stufen der Nahrungsmittelkette umgesetzt, sagte er.
Als Folge würde die Kosten- und Preisschere zwischen der Schweizer und der EU verringert. Ausserdem würden der Markt real geöffnet und die Produktionskosten gesenkt. Ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU erhöhe das Bruttoinlandprodukt nachhaltig um mindestens 0,5 %.
SMP-Direktor Albert Rösti hob die Wichtigkeit des von den Milchproduzenten geplanten nationalen Verkaufspools hervor. Dieser steht im Zentrum der SMP-Strategie für die Zeit nach der Marktöffnung.
Diese Strategie sei der Verbesserung des Verdienstes der Milchproduzenten untergeordnet, sekundierte Gfeller. Erst wenn die Milch gebündelt verkauft werden könne, seien die Voraussetzungen gegeben, dass auch der bestmögliche Preis erzielt werden könne.
Kaum verhüllte Kritik übte Rösti an den Gegnern eines nationalen Verkaufspools. Zu diesen gehören etwa die Schweizer Milchverarbeiter. Sie kritisierten im August, dass «eine solche Kartellisierung» sich nicht nach dem Markt richte.
Umwege seien bisweilen nötig, um zum Ziel zu kommen, sagte Rösti. Grenzen habe dies für ihn jedoch, wenn er feststellen müsse, dass einem Hindernisse in den Weg gelegt würden, um andere, allenfalls nicht ausgesprochene, eigennützige Ziele zu erreichen.
Dazu gehöre etwa das «Trittbrettfahrertum». Wenn dies jedoch zugelassen werde, verliere die ganze Branche - auch die Trittbrettfahrer würden nur kurzfristig gewinnen.
(sda)
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