Kultur
Drehbuchautoren legen Stift nieder
Kampf um finanzielle Beteiligungen in Hollywood
In den USA sind die Drehbuchautoren aus Protest gegen die Zahlungsbedingungen in einen unbefristeten Streik getreten. Elfstündige Gespräche am Sonntag hatten keine Einigung gebracht.
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Nach dem Scheitern letzter Verhandlungen im Tarifkonflikt mit den Studiobossen in Hollywood hat sich die Gilde der Drehbuchautoren zum Streik entschlossen.
An der Ostküste erklärten die Autoren, sie hätten die Arbeit niedergelegt. Zuletzt hatten die Autoren 1988 für 22 Wochen gestreikt. Der Ausstand kostete die Unterhaltungsindustrie rund 500 Millionen Dollar.
Für DVDs geben die Verbraucher in diesem Jahr voraussichtlich 16,4 Milliarden Dollar aus. Für den Online-Verkauf von Filmen können die Studios mit 158 Millionen rechnen, für TV-Shows im Web mit 194 Millionen. Dort werden allerdings für die kommenden Jahre hohe Zuwächse erwartet.
Die Studios argumentieren, dass bislang nicht abzusehen sei, wieviel Geld der Vertrieb von Unterhaltung über das Internet, Mobiltelefone, iPods und andere Medien einbringen wird.
Die Produzenten beklagten, dass die Autoren während laufender Verhandlungen nicht auf Streiks verzichten wollten. Ausserdem seien die Autoren nicht bereit, bei ihren wichtigsten Forderungen Kompromisse einzugehen.
Erstes «Streikopfer» werden voraussichtlich die Late-Night-Shows im Fernsehen sein, die auf tagesaktuelle Zulieferungen angewiesen sind. Die Filmindustrie und die Fernsehsendungen im Hauptprogramm werden vermutlich zunächst nicht betroffen.
Die meisten Kino- und Fernsehstudios haben bereits einen Vorrat an Drehbüchern angelegt oder sogar fertige Shows produziert, so dass sie mindestens bis zu Beginn des nächsten Jahres genug Material haben.
Unterdessen haben die streikenden Drehbuchautoren prominente Unterstützung bekommen. Talkmaster Jay Leno fuhr mit seinem Motorrad bei den Streikposten vor dem Fernsehsender NBC vor und überreichte ihnen Doughnuts.
Der Ex-Seinfeld-Star Julia Louis-Dreyfus, die jetzt in der Serie «The New Adventures of Old Christine» vor der Kamera steht, reihte sich mit einem Gewerkschafts-T-Shirt bei den Streikenden ein und rief mit ihnen Streikslogans.
Unterstützung bekamen die Streikenden auch von den beiden demokratischen Präsidentschaftsbewerbern Barack Obama und Hillary Clinton.
(ap/sda/bosy/koua)
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