Schweiz
Schweizer Image leidet in den USA nicht
Amerikaner interessieren sich wenig für die Wahlen
Der Schweizer Wahlkampf wirft in den USA trotz kritischen Medienberichten keine grossen Wellen. Diplomaten widersprechen auch Befürchtungen der Bundesrätinnen Micheline Calmy-Rey und Doris Leuthard, die Krawalle von Bern hätten das Image der Schweiz beschädigt.
- Polizei zeigt Komitee «Schwarzes Schaf» an
- 14.10.07: Ogi befürchtet Image-Schaden für die Schweiz
- 10.10.07: Gemeinderat will Bericht zu Krawallen in Bern
- «Immigration, Black Sheep and Swiss Rage» (New York Times)
- «Europe's heart of darkness?» (Independent)
- «Das schwarze Schaf» (FAZ)
- «Schwarze Schafe im Alpenland» (taz)
- «Bringing Rancor to a Swiss Election» (Spiegel)
- SF WISSEN: Wahlkampf 07
- Polizei zeigt Komitee «Schwarzes Schaf» an
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Weder Mitarbeiter der Schweizer UNO-Mission in New York noch Vertreter des Generalkonsulates sprechen von einem besonderen Interesse der US-Amerikaner an den Wahlen in der Schweiz. Von grösserer Bedeutung für die US-Bürger sei das Bild, das man in der Schweiz und Europa von den Vereinigten Staaten habe, hiess es.
Das Generalkonsulat erhielt nur wenige Reaktionen von amerikanischer Seite auf die kontroversen Berichte in der «New York Times» und der «Washington Post».
Die «Washington Post» hatte Mitte Oktober über einen akuten Anstieg von Rassismus und Xenophobie in der Schweiz berichtet. Von Nazi-Praktiken und kruder Schwarz-Weiss-Malerei im Wahlkampf schrieb die «New York Times» und zeigte dazu ein Foto vermummter Demonstranten in Bern auf der Titelseite.
Der Fernsehsender CNN fragte sich, warum der Wahlkampf in der Schweiz so grob ausgetragen werde. Selbst das Wirtschaftsmagazin «Forbes» warnte, die Wahlen bedrohten die Stabilität der Schweiz und damit das für Investoren wichtige freundliche Klima.
In der Schweiz war das Echo auf diese Berichte jedoch weit grösser als in den USA. Und auch die Politik zeigte sich beunruhigt darüber, dass die Schweiz in den USA auf diese Weise zum Thema wurde: Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey und Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard warnten beide vor einem Imageschaden der Schweiz.
In den USA selbst blieben die kritischen Berichte dagegen ohne grosses Echo. Gar nicht aufgenommen wurde das Thema von den Boulevard- und Gratisblättern.
Hingegen interessierten sich die Technologie-Informationsdienste für die Wahlen in der Schweiz: Sie berichteten vom System «Cerberis», das in Genf zur Anwendung kommen und dank Quanten-Kryptographie die Richtigkeit der Wahlergebnisse sicherstellen soll. Ein verlässliches Wahlsystem, so der konservative Sender «Fox News», könnte auch den USA gute Dienste leisten.
(sda/meip)
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