Schweiz
Doping-Grosshandel im Tessin
Apotheker verkaufte vor allem Richtung Italien
Der Verdacht auf einen Doping-Grosshandel im Tessin hat sich bestätigt. Der Ende September verhaftete Inhaber einer Apotheke in Chiasso hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dopingmittel wie EPO oder Ephedrin ohne Rezept verkauft.
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Abnehmer waren in erster Linie italienische Sportler. Allein an Ephedrin gingen in Chiasso über 100'000 Dosen über den Ladentisch, wie der Tessiner Staatsanwalt Luca Maghetti sagte.
Daneben verkaufte der Apotheker auch mindestens 150 Packungen Eritropoietin (EPO), Anabolika, Hormone und ähnliche Substanzen rezeptfrei. Das Doping sei vorwiegend über die Grenze nach Italien gegangen, an Sportler, die jedoch nicht identifiziert seien.
Die Tessiner Strafverfolgungsbehörden hatten bereits im Sommer 2005 eine Untersuchung eröffnet. Inzwischen arbeiten die Schweizer mit der Staatsanwaltschaft von Bergamo zusammen, die autonom Ermittlungen eingeleitet hatte. Die Untersuchungen laufen weiter.
Die Anklage lautet auf wiederholte Verletzung des Bundesgesetzes über die Förderung sportlicher Tätigkeiten, Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz, Betrug und Urkundenfälschung. Letztere bezieht sich auf die Fälschung von Rezepten für den tierärztlichen Gebrauch, die in Rezepte für Doping umgewandelt wurden.
Betrug wird dem Apotheker vorgeworfen, weil er für Rezepte für ärztlich verschriebene, von den Krankenkassen bezahlte Arzneien branchenfremde Artikel ausgehändigt haben soll. Die Betrugssumme wird mit rund 300'000 Franken beziffert.
Der Apotheker war am 28. September festgenommen worden.
Am letzten Freitag wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen. Bereits am 4. Oktober hatte das Tessiner Gesundheitsamt vorsorglich ein Berufsverbot ausgesprochen.
(ap/halp)
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