Schweiz
Ogi befürchtet Image-Schaden für die Schweiz
«Krawalle in Bern schaden wie Swissair-Grounding»
Alt-Bundesrat Adolf Ogi befürchtet wegen der Krawalle in Bern einen Image-Schaden für die Schweiz im Ausland, der so gross ist wie jener beim Swissair-Grounding. Und das Grounding sei das schlechteste Bild gewesen, das es über die Schweiz je gegeben habe.
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Negative Berichte wie in der «New York Times» seien nicht zu unterschätzen, sagte Ogi in einem Interview mit dem «Sonntag». Solche Beiträge würden gelesen in internationalen Organisationen und den Chefetagen der grossen Unternehmungen. Die Meinungsführer dächten sich dann: «Die Schweiz war doch einmal ein Land, in dem Ordnung herrschte.»
Für die Ausschreitungen könne man nicht die SVP verantwortlich machen, nahm Ogi seine Partei in Schutz. «Ich staune schon über die Berner Behörden. Sie tolerierten eine unbewilligte Gegenkundgebung. Und der Bundesplatz war nicht bewacht.»
Die Polarisierung in der Politik müsse aufhören, kritisierte Ogi. Der Personenkult um Christoph Blocher sei völlig unschweizerisch. «Man darf sich bei der SVP schon fragen, ob sie so eine zukunftsgerichtete Politik im Interesse des Landes, seiner Menschen und Wirtschaft betreibt.»
Früher hätten sich Bundesräte auch heftig gestritten, sagte Ogi, angesprochen auf seine Auseinandersetzungen mit dem damaligen Finanzminister Otto Stich (SP). «Doch wir haben uns nachher wieder zusammengerauft.» Sein Eindruck sei, dass momentan dieser Wille und diese Fähigkeit verloren gingen.
(sda/bers)
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