International
EU will Einfuhrverbot für burmesische Edelhölzer
Sanktionen sollen Junta treffen
Die EU will die Einfuhr von Edelhölzern, -steinen und -metallen aus Burma verbieten. Mit den verschärften Sanktionen soll die Militärjunta des Landes getroffen werden, wie EU-Diplomaten in Brüssel sagten. Offiziell werden die EU- Aussenminister am Montag in Luxemburg über die Sanktionen entscheiden.
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Das Einfuhrverbot soll die Militärs unmittelbar treffen, weil diese sich direkt und in grossem Umfang an den Exporten von Edelhölzern, -steinen und -stahl bereicherten, hiess es weiter.
Bereits seit 1996 sind Sanktionen der EU in Kraft, unter anderem ein Waffenembargo und Reiseverbote gegen mittlerweile 405 Angehörige der burmesischen Militärführung. Firmen mit Sitz in der EU dürfen keine Kredite an burmesische Unternehmen geben. Die Schweiz hat sich den Sanktionen der EU angeschlossen.
Bereits zuvor hatte der italienische Luxusjuwelier Bulgari mitgeteilt, für seinen Schmuck keinerlei Edelsteine aus Burma mehr zu verwenden. Die Firma werde ab sofort bei jedem eingekauften Stein ein Herkunftszertifikat verlangen.
Das südostasiatische Land verfügt über einen einmaligen Reichtum an Edelsteinvorkommen. Das «Tal der Rubine» im Nordosten Burmas gilt als Ursprung der schönsten Rubine der Welt. Dort werden seit 700 Jahren Edelsteine, darunter auch Saphire, abgebaut.
Die Edelsteinminen in dem abgeschotteten Land sind für Ausländer nichtzugänglich, doch herrschen dort nach Schilderungen von Eingeweihten vielfach unmenschliche Arbeitsbedingungen. Die international renommierten Juweliere Cartier und Tiffany hatten Burma schon zuvor von ihrer Lieferantenliste gestrichen.
Der UNO-Sicherheitsrat hatte am Vortag in einer Resolution sein Bedauern über die Gewalt geäussert. Die Militärjunta «bedauerte» am Freitag die Erklärung. Die Situation in Burma habe weder regionalen und internationalen Frieden noch die Sicherheit beeinträchtigt, hiess es im Staatsfernsehen.
Zu der von der UNO geforderten Freilassung aller politischen Gefangenen äusserte sich die Regierung in Rangun nicht. Gleichzeitig erklärte die Militärregierung, weiterhin mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiten zu wollen.
Eine schärfere Resolution, wie von den USA, Grossbritannien und Frankreich angestrebt, war am Widerstand Russlands und Chinas gescheitert. Der UNO-Beauftragte für Burma, Ibrahim Gambari, will seine Bemühungen um ein Ende der brutalen Unterdrückung durch das Militärregime nächste Woche fortsetzen.
Er wollte am Montag zunächst nach Thailand reisen, dem grössten Energiekunden des Nachbarlandes, und anschliessend nach Malaysia, Indonesien, Indien, China und Japan. Gambari war unmittelbar nach der Niederschlagung der Proteste in Burma und drängte die Junta zu einem Dialogangebot an Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi.
Die burmesische Fluggesellschaft Myanmar Airways International (MAI) stornierte unterdessen ihre Flüge nach Bangkok und Kuala Lumpur. Die Londoner Versicherung der MAI habe «wegen der jüngsten Krise in Burma» die Verträge gekündigt, teilte die Fluggesellschaft mit. Die Passagierzahl ist zudem drastisch gefallen.
(sda/sper)
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