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International

Türkei ruft Botschafter aus USA zurück

Donnerstag, 11. Oktober 2007, 17:12 Uhr, Aktualisiert 21:02 Uhr

Streit um Armenien-Resolution

Die Türkei ruft im Streit mit den USA über eine Armenier-Resolution ihren Botschafter aus Washington zurück. Sie protestiert damit gegen eine Entschliessung des aussenpolitischen Ausschusses des US-Kongresses, die Tötung von Armeniern zur Zeit des Ersten Weltkriegs als Völkermord zu bezeichnen.

Grossaufnahme einer türkischen Flagge mit einem demonstrierenden Linksnationalisten
Armenien-Streit und Kurdenfrage: Die Türkei lässt sich auf ein Kräftemessen mit dem Westen ein. (keystone)

US-Präsident George W. Bush hatte vor der Abstimmung die Kongressabgeordneten eindringlich vor einer Belastung der Beziehungen zur Türkei gewarnt.

Die Türkei hat die Verantwortung für die Tötung von schätzungsweise 1,5 Millionen Armeniern in der Endphase des Osmanischen Reiches stets zurückgewiesen und die genannten Zahlen als übertrieben bezeichnet.

Spannungen mit den westlichen Partnern gibt es auch um einen offenbar bevorstehenden türkischen Militäreinsatz im Nordirak.

EU-Chefdiplomat Javier Solana hat die Türkei vor einem Einmarsch in den Nordirak gewarnt. «Alles, was die Sicherheitslage im Irak noch komplizierter macht, ist nicht willkommen», sagte Solana.

Diese Botschaft habe die EU «unseren türkischen Freunden übermittelt», sagte er weiter.

Die Türkei droht mit einem Militäreinsatz im Nordirak, wo sich Kämpfer der verbotenen kurdischen Separatistenorganisation PKK versteckt halten sollen.

Wie die EU haben auch die USA die Pläne kritisiert und ihren engen Nato-Verbündeten zu Zurückhaltung aufgefordert.

(sda/reuters/sper)