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Die frühere Sprecherin der NDR-Tagesschau sagte unter anderem, sie habe keine Fehler gemacht und sich auch nicht missverständlich über die Familienpolitik im dritten Reich geäussert.
Vorwürfe an Presse
Sie warf der Presse vor, sie falsch zitiert zu haben. Herman verteidigte ihre NS-Äusserungen und erklärte, ein solcher Vergleich sei nötig, wenn man erklären wolle, warum Familienwerte verloren gegangen seien.
Die frühere NDR-Moderatorin sagte zugleich, sie distanziere sich von jeglichen rechtsextremen Bestrebungen und empfinde es als unerträglich, dass Parteien wie die NPD nun versuchten, sie zu vereinnahmen. Herman kritisierte, es werde eine «braune Keule» über ihr geschwungen, da sie sich für Familienwerte einsetze, die verloren gegangen seien.
Freundlich verabschiedet
Kerner entschloss sich nach etwa einer Stunde Gespräch mit Herman, die frühere Moderatorin vorzeitig zu verabschieden. Kerner erklärte sein Vorgehen in der «Bild»-Zeitung: «Ich wollte wissen, was Eva Herman wirklich denkt. Als ich gemerkt habe, dass sie ihre missverständlichen Äusserungen nicht aufklären kann, habe ich sie freundlich verabschiedet.»
Die drei anderen Gesprächspartner, Schauspielerin Senta Berger, Ex-Talkmasterin Margarethe Schreinemakers und der Komiker Mario Barth, hatten zuvor Unmut über den Verlauf des Gesprächs zwischen Kerner und Herman geäussert. Es sei müssig über ein Buch zu reden, das die anderen Gesprächspartner nicht gelesen hätten, sagte Berger.
«Keine Wertschätzung der Familie»
Herman hatte Anfang September bei der Vorstellung ihres Buches «Das Prinzip Arche Noah. Warum wir die Familie retten müssen» über familiäre Werte und Nationalsozialismus gesprochen.
Familiäre Grundwerte seien in der Nazizeit «instrumentalisiert und für verwerfliche politische und gesellschaftliche Zwecke missbraucht worden». Der Entnazifizierung durch die 68er als Folgereaktion sei auch die Wertschätzung für die Familie weitgehend zum Opfer gefallen.
Klage gegen Kündigung
Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte sich vor einem Monat von Herman wegen ihrer Äusserungen getrennt. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtete unterdessen, dass Herman Klage beim Amtsgericht Hamburg gegen ihre Kündigung eingereicht haben soll.
(ap/zdf/sidd)
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