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Wenige Anzeigen gegen Berner Chaoten

Dienstag, 9. Oktober 2007, 19:52 Uhr, Aktualisiert 10.10.2007, 9:41 Uhr

Nur ein Dutzend Zeugenaussagen bei Polizei eingegangen

Nach den Krawallen vom Samstag haben bei der Stadtpolizei Bern erst eine Handvoll Personen Anzeige erstattet. Auch Zeugenaussagen gingen nicht sehr viele ein. Die FDP hat derweil die Linke wegen ihrem Aufruf zur SVP-Gegendemonstration scharf kritisiert.

Ein Autonomer wirft eine Tränengaspatrone.
Nur rund ein Dutzend Personen haben sich mit Videos und Fotos bei der Polizei gemeldet (keystone)

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Der Sprecher der Stadtpolizei Bern wies aber darauf hin, dass bei jedem Polizeiposten Anzeige eingereicht werden kann. Möglicherweise lägen also mehr Anzeigen vor.

Jauch zufolge werden in den bisher vorliegenden Anzeigen Sachschäden von 20’000 Franken geltend gemacht. Die Polizei geht aber nach wie vor von einer sechsstelligen Schadensumme aus.

Auf den am Montag erlassenen Aufruf der Polizei an die Bevölkerung, ihre Beobachtungen mitzuteilen und Fotos oder Videos zu schicken, haben bis Dienstagnachmittag ein gutes Dutzend Personen reagiert.

Die FDP der Stadt Bern kritisiert derweil die Grüne Partei Bern, das Grüne Bündnis und die SP scharf. Sie hätten nicht zur Teilnahme an der SVP-Gegendemonstration aufrufen dürfen. Es sei klar gewesen, dass dadurch «Brandstifter» nach Bern kommen würden.

Die SP des Kantons Bern weist aber darauf hin, dass die Stadtberner SP dem Organisationskomitee der Gegendemonstration nicht angehörte. Die SVP trage die Verantwortung für die angeheizte Stimmung während der letzten Monate.

Für die bernische SVP haben eine Laisser-Faire-Politik der Berner Behörden gegenüber illegalen Aktivitäten und die falsche Einschätzung der Lage zu den Ausschreitungen vom Samstag geführt.

Berncity, die Organisation der Innenstadtgeschäfte, fordert den Berner Gemeinderat in einer Medienmitteilung auf, geltendes Recht durchzusetzen und künftig unbewilligte Kundgebungen zu verhindern. Geschäftsleiter Martin Bühler beziffert die Umsatzeinbussen der Innenstadtgeschäfte vom letzten Samstagnachmittag auf 20 bis 50 Prozent.

Am Samstag steht Bern schon wieder ein öffentlicher Anlass mit Bundesratsrede und Beteiligung einer Partei ins Haus. Die Eventorganisatorin Open Hearts führt auf dem Bundesplatz unter dem Titel «Stopp Arbeitslosigkeit» ein Gratiskonzert mit dem Berner Popstar Gölä durch.

Der Anlass mit der CVP Schweiz als Hauptsponsorin ist als Solidaritätskundgebung für Arbeitslose gedacht. Vor dem Konzertbeginn hält Bundesrätin Doris Leuthard eine Kurzrede. Anlässlich des Events soll unter anderem ein Tutoring-Programm für Stellensuchende lanciert werden.

(sda/hues)