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Staatsschutz von Guerillataktik nicht überrascht

Dienstag, 9. Oktober 2007, 14:40 Uhr, Aktualisiert 20:50 Uhr

Diskussion um Krawalle von Bern hält an

Der Staatsschutz ist im Unterschied zur Berner Stadtpolizei von der Guerillataktik des Schwarzen Blocks bei den Krawallen gegen die SVP vom letzten Samstag nicht überrascht worden.

Gruppe von drohenden Autonomen über die (unscharfe) Schulter eines Polizisten gesehen.
Es sei extrem schwierig, Entscheide zu fällen, wenn es einmal losgegangen ist, meint der Staatsschutzexperte. (keystone)

«Uns haben die Ereignisse nicht überrascht», sagte der stellvertretende Leiter des Dienstes für Analyse und Prävention (DAP) im Bundesamt für Polizei, Jürg Bühler, der Zeitung «Der Bund».

Zuerst eine Blockade zu bilden und sich dann in Kleingruppen aufzusplittern, entspreche der Taktik, die sich in den letzten Jahren entwickelt habe. Das habe man an anderen Orten auch schon gesehen.

Der DAP habe die zuständigen Personen in Bern über die Anzeichen des vorhandenen Gewaltpotenzials informiert, sagte Bühler weiter. Auf die Frage, wieso die Krawalle nicht verhindert werden könnten, wenn viele Aktivisten der Polizei bekannt seien, sagte der Staatsschutz-Spezialist: «Das ist eine Frage polizeilicher Einsatzkonzepte. Darüber können wir uns nicht äussern.» Klar sei aber, dass es extrem schwierig sei, Entscheide zu fällen, wenn es einmal losgegangen sei.

Bei den Aktivisten des Schwarzen Blocks handelt es sich nach Erkenntnissen des DAP um eine formlose Bewegung junger Menschen mit Durchschnittsalter 20, die sich an Themen wie autonomem Lebensstil, Anarchie und Antifaschismus orientieren. Gesteuert werde die Bewegung von Organisationen wie dem Revolutionären Aufbau, der Anti-WTO-Koordination oder dem alten Komitee gegen Isolationshaft.

(ap)