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Wirtschaft

Einst ein blühendes Familienunternehmen

Montag, 8. Oktober 2007, 15:04 Uhr, Aktualisiert 15:10 Uhr

Von Werner K. Rey bis Axel Springer

Mit der neuen Bezeichnung Axel Springer Schweiz AG für die Jean Frey AG verschwindet einer der traditionsreichsten Verlagsnamen in der Schweiz. Das einst blühende Familienunternehmen wanderte in den vergangenen 20 Jahren von Hand zu Hand.

1987 kauft der Financier und Industrielle Werner K. Rey die Jean-Frey-Gruppe. Sie war damals das drittgrösste Medienunternehmen der Schweiz. Zu ihr gehörten neben dem Verlagshaus die Druckereien Offset+Buchdruck AG, Zürich, die Buchdruckerei Winterthur AG und die Firma Clichée+Litho AG. Zudem war die Jean Frey AG die grösste Kino-Betreiberin in der Schweiz.

Das älteste Produkt des Verlagshauses war damals die Zeitung «Sport». Diese wird im Herbst 1999 nach fast 80 Jahren eingestellt.

1989 erwirbt die zu Reys Omni-Holding gehörende Jean-Frey-AG den Oltner Walter-Verlag, ein traditionsreiches und in der Region bedeutendes Unternehmen. Im selben Jahr wird Jean Frey umstrukturiert: Druckerei und Verlag werden zu einer einzigen Gesellschaft zusammengefasst.

1991 übernehmen die Curti Medien AG 100 Prozent des Aktienkapitals der Jean Frey AG.

1993 vereinbaren die Familien Hagemann in Basel und Curti in Zürich den Zusammenschluss ihrer beiden Unternehmen. Die beiden Unternehmen bleiben aber unabhängig voneinander.

1994 erwirbt die Basler Zeitung Medien 50 Prozent der Curti Medien AG. Zudem übernimmt der Herausgeber der «Basler Zeitung», Hans-Rudolf Hagemann, von Beat Curti das Präsidium der Jean Frey AG.

1995 stockt die Basler Zeitung Medien ihren Aktienanteil der Curti Medien AG mitsamt dem Jean-Frey-Verlag auf 65 Prozent auf und hält nun die Mehrheit. Sie stärkt damit ihre Position als drittgrösstes Verlagshaus der Schweiz hinter Ringier und TA Media (heute Tamedia). 1996 vergrössert sie ihren Anteil auf 74 Prozent.

1998 geht die «Bilanz» vollständig in den Besitz der Jean Frey AG über, die ihrerseits der Basler Zeitung Medien gehört. Zuvor hatte sich die Jean Frey AG mit der deutschen Verlagsgruppe Handelsblatt halb-halb an der «Bilanz»-Herausgeberin Wirtschafts-Medien AG beteiligt.

2001 wird bekannt, dass Ringier die Jean Frey vom Verlagshaus Basler Zeitung Medien übernehmen will. Überraschend vollziehen die Basler eine Wende und verkaufen die Aktien der Privatbank Swissfirst zuhanden einer Gruppe von vorerst unbekannten Investoren - später wird bekannt, dass dahinter der Financier Tito Tettamanti steht.

Im Herbst 2006 wird die Jean Frey AG eine Holding. Damit sollten nach dem Verkauf der Mehrheit an der «Weltwoche» an Roger Köppel im gleichen Sommer optimale Voraussetzungen für die Titel «Beobachter», «Bilanz» und «TV-Star» geschaffen werden.

Per 1. Januar 2007 geht das Verlagshaus Jean Frey AG an die Axel Springer AG. Der deutsche Verlagsmulti übernimmt 99,5 Prozent vom bisherigen Hauptaktionär Tito Tettamanti. Im Herbst verschwindet mit der Umfirmierung in Axel Springer Schweiz AG der Name Jean Frey AG definitiv.

(sda)