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Schweizer befürworten Sterbehilfe

Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:28 Uhr

54 % würden Dienste auch selber beanspruchen

Sterbehilfe stösst in der Schweiz gemäss Umfragen mehrerer Sonntagszeitungen mehrheitlich auf Zustimmung. So könnten sich 54 Prozent vorstellen, die Dienste bei auswegloser gesundheitlicher Lage selber in Anspruch zu nehmen. Kritischer ist die Einstellung zum Sterbetourismus.

Blick auf einige Häuserdächer in der Berner Altstadt.
Für 63 Prozent der Befragten ist die Wohnung des Sterbewilligen der beste Ort für deren Freitod. (reuters)

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Die Umfragen wurden Anfang Oktober vom Institut Demoscope im Auftrag von «SonntagsBlick», «Le Matin Dimanche» und «Il Caffe» sowie vom Institut Isopublic im Auftrag der «SonntagsZeitung» bei je 500 Personen durchgeführt.

Gemäss Demoscope sind nur gerade 15 Prozent der Ansicht, dass Sterbehilfe in der Schweiz grundsätzlich verboten sein soll, 27 Prozent sind grundsätzlich dafür.

Die Mehrheit von 53 Prozent ist aber nur für Sterbehilfe, wenn eine ausweglose gesundheitliche Lage besteht. Für sich selbst würden 54 Prozent diese Dienste in Anspruch nehmen, wie beide Umfragen belegen. Und immerhin 45 Prozent der Befragten würden laut Isopublic auch Nahestehende entscheiden lassen, wenn die Betroffenen dazu nicht mehr fähig sind.

Bei der Frage, ob Ausländer zum Sterben in die Schweiz kommen sollen, ist die Haltung kritischer. So lehnen in der Demoscope-Umfrage 54 Prozent der Befragten den Sterbetourismus ab.

Die Isopublic-Erhebung zeigt für die Deutschschweiz eine 49-prozentige Ablehnung, während knapp 46 Prozent dafür sind. In der Westschweiz dagegen wird Sterbetourismus von über 56 Prozent der Befragten befürwortet, während nur knapp 37 Prozent dagegen sind.

Nach den Diskussionen über die Sterbewohnungen der von Ludwig A. Minelli gegründete Organisation Dignitas fragte Isopublic auch nach dem bevorzugten Ort für den Freitod. Dabei sprachen sich knapp 63 Prozent für die Wohnung des Sterbewilligen aus. 46 Prozent würden die Liegenschaft einer Sterbehilfeorganisation wählen, aber möglichst auf dem Lande und ohne direkte Nachbarn.

Wie die St. Galler Kantonspolizei zu einem Bericht des «SonntagsBlicks» bestätigte, leistete Dignitas am vergangenen Freitag im Toggenburg in der Nähe von Dietfurt erneut Sterbehilfe. Und zwar gegen ein ausdrückliches Verbot von Gemeindepräsident Karl Brändle, wie ihn die Zeitung zitiert.

Gleichentags hatte Minelli im Kanton Zürich einen Etappensieg verbucht, als das Bezirksgericht Meilen vorsorgliche Massnahmen gegen eine Sterbewohnung in einer Wohnsiedlung in Stäfa ablehnte.

(ap/godc)