Schweiz
Berner Polizeidirektor räumt Fehler ein
Auch Kritik am Vorgehen der SVP
Einen Tag nach den Ausschreitungen in Bern hat der Berner Polizeidirektor, Stephan Hügli, Fehler eingeräumt. Dies in Bezug auf den Schutz des Bundesplatzes, auf dem Randalierer die von der SVP bereit gestellte Infrastruktur zerstört hatten.
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Am Samstag hatte Hügli die Strategie der Polizei noch verteidigt und gesagt, die Polizeikräfte hätten zum Schutz von Personen in die untere Altstadt abgezogen werden müssen. Nun sagte er in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens: «Wir haben ein falsches Element abgezogen.» Und: «Hier muss ich einen Fehler einräumen.»
Hügli bekräftigte jedoch, das oberste Ziel - die Vermeidung von Personenschäden - sei erreicht worden. Künftig werde man sich überlegen, die Kundgebungsveranstalter dazu aufzufordern, Platzkundgebungen zu machen, sagte er weiter.
Was die Euro 08 betrifft, zeigte sich der Polizeidirektor zuversichtlich. Die Situation vom Samstag in Bern könne nicht mit jener an der kommenden Fussball-Europameisterschaft verglichen werden. Ausserdem würden bei diesem Ereignis bis zu vier Mal mehr Polizeikräfte im Einsatz stehen.
In der «Tagesschau» äusserten sich auch die Präsidenten der FDP, CVP und SP. Dabei wurde Kritik an der SVP laut. FDP-Präsident Fulvio Pelli stellte fest, die SVP habe sich «als Masse» zeigen wollen, und warf die Frage auf, ob diese Art von Veranstaltung «wirklich notwendig» sei.
CVP-Präsident Christophe Darbellay sagte, Provokationen vergifteten das Klima und schadeten der Demokratie. Zurückhaltend zeigte sich SP-Präsident Hans-Jürg Fehr. Wer den Nutzen davon trage, sei ungewiss. Schaden nehme die Demokratie, sagte er. Auch SVP-Generalsekretär Gregor Rutz befürchtet Schaden für die Demokratie. Es sei dies auch eine Folge der linken Politik, sagte er.
(sda/buet)
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