Wirtschaft
Köpferollen bei der UBS
Milliardenabschreiber hat Konsequenzen
Die UBS hat im 3. Quartal nach einem Milliardenabschreiber wegen der US-Hypothekenkrise einen Verlust von 600 bis 800 Millionen Franken erlitten. Das hat personelle Konsequenzen in der Führungsetage. Im Investmentbanking sollen zudem bis Ende Jahr 1500 Stellen abgebaut werden.
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UBS-Finanzchef Clive Standish verlässt das Unternehmen. Nach offizieller Leseart tritt der Brite - mit Jahrgang 1953 - in den Ruhestand. Standish waltete seit April 2004 als Finanzchef der grössten Schweizer Bank. Sein Nachfolger wird Marco Suter, derzeit vollamtlicher Vizepräsident des UBS-Verwaltungsrates.
Investmentbank-Chef Hew Jenkins tritt ebenfalls zurück. Seine Aufgabe wird zur Chefsache: UBS-Chef Marcel Rohner übernimmt zusätzlich die Funktion des Chefs der Investment Bank.
Zur Bewältiguung der Situation habe die UBS einen «rigorosen Ansatz» gewählt, sagte Rohner in einer Telefonkonferenz. Bei der Investment Bank seien verschiedene Massnahmen eingeleitet worden.
Als Folge der geplanten Veränderungen bei der Investment Bank werde die Anzahl Mitarbeiter bis Ende Jahr um rund 1500 reduziert, heisst es weiter.
«Der geografischen Natur des Investmentbankings liegt es inne, dass dieser Abbau weitestgehend ausserhalb der Schweiz stattfinden wird. Er hat allenfalls marginale Auswirkungen auf die Schweiz», sagte Rohner gegenüber des Schweizer Fernsehens.
Der Verlust wird mit Abschreibungen in der Grössenordnung von vier Milliarden Franken von Positionen im Geschäftsbereich Fixed Income Rates and Currencies begründet, der das internationale Anleihengeschäft umfasst. Insgesamt werde dieser Bereich einen negativen Erfolgsbeitrag in der Grössenordnung von vier Milliarden Franken ausweisen, teilte die UBS mit.
Die Einbussen stünden primär im Zusammenhang mit den verschlechterten Bedingungen auf dem US-Suprime-Markt für Wohnhypotheken. Die UBS ist damit von der US-Hypothekenkrise weit stärker betroffen, als bisher vermutet.
Laut UBS-Chef Rohner ist mit keinen weiteren Überraschungen zu rechnen. Mit der Gewinnwarnung hätte man maximale Klarheit und Transparenz schaffen wollen. Die Preise, mit denen die Wertschriften bewertet seien, würden die Erwartungen der künftigen Entwicklung abbilden, sagte Rohner weiter. «Wir haben eine vorsichtige Position gewählt, um in die Zukunft zu gehen.»
Für das vierte Quartal rechnet der UBS-Konzernchef mit einer Rückkehr des Geschäfts auf ein normaleres Niveau.
Nach einer Schrecksekunde im frühen Handel erholte sich der Titel am Nachmittag und notierte bei Börsenschluss 3,43 % höher als am Vortag. Am Morgen hatte sie mit 59,90 Franken ein neues Jahrestief verzeichnet.
Er habe die Finanzkommission beider Räte vorgewarnt. Das was jetzt geschehe, sei moderat. Die UBS habe über 50 Milliarden Franken Eigenkapital. Sie könne einen solchen Rückschlag problemlos wegstecken und werde sich mit Sicherheit bis Ende Jahr wieder erholen.
(ap/bers/bosy)
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