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SVP punktet im Wahlkampf

Freitag, 28. September 2007, 18:00 Uhr, Aktualisiert 29.09.2007, 8:34 Uhr

Achter SRG-Wahlbarometer

Falls die SVP ihre Wähler bei der Stange halten kann, wäre eine Wiederholung des Rekordergebnisses von 2003 möglich. Die CVP kann sich knapp vor der FDP halten. Die Stimmberechtigten würden Bundesrat Pascal Couchepin abwählen und sind 50 Prozent zufrieden mit Bundesrat Christoph Blocher. Die Mobilisierung scheint ihren Höhepunkt überschritten zu haben, bleibt aber auf einem hohen Niveau: 53 Prozent der Stimmbürger wollen im Oktober wählen gehen.

Grafik Parteienstärke
Wenn die SVP ihr Zustimmung halten kann, wird sie im Oktober erneut wählerstärkste Partei. (sf)

Dank ihres kontroversen Wahlkampfes hat die SVP wieder Stimmen gewonnen. Bleiben ihr diese Wähler bis im Oktober treu, könnte sie ihr Rekordergebnis von 2003 wiederholen. Sie wäre damit erneut wählerstärkste Partei und würde 26,7 Prozent der Stimmen erhalten. Den zweiten Platz belegt die SP mit 22,3 Prozent Stimmenanteil.

Auch in dieser SRG-Umfrage liegt die CVP vor der FDP: Die Partei erreicht 15,4 Prozent und verweist die FDP mit 15 Prozent auf den vierten Platz. Die Freisinnigen bleiben damit die grösste Verliererin, während die Grünen immer noch auf ihrer Erfolgswelle reiten. Die Grüne Partei kann sich über der 10-Prozent-Marke halten und erreicht 10,6 Prozent. Die Grünliberalen, die zum ersten Mal dabei sind, kommen auf 2,5 Prozent. Damit wird die junge Partei zur erfolgreichsten Kleinpartei und lässt EVP (1,8 Prozent), EDU (1,7 Prozent) und LPS (1,0 Prozent) hinter sich.

Die SVP hat nach wie vor den sichtbarsten Wahlkampf. Doch bis jetzt brachte ihr das noch keine zusätzlichen Stimmen. Das scheint sich jetzt zu ändern. Die SVP konterte den Angriff auf ihren kontroversen Wahlkampf mit der Kampagne «Geheimplan gegen Blocher». Damit ist sei der SVP gelungen, sich in ihrer Lieblingsrolle - der «angegriffenen Partei» - zu profilieren, meinte der Leiter des gfs.bern, Claude Longchamp.

Zusätzlich ändert die Partei ihren Kurs: Die umstrittenen Schäfchen-Plakate wurden durch Blocher-Plakate ersetzt. Die Partei setzt jetzt statt auf Provokation wieder auf ihr Aushängeschild Christoph Blocher und traditionelle Werte wie das Schweizer Kreuz.

Im Zusammenhang mit der Roschacher-Affäre und dem GPK-Bericht wurde in letzter Zeit darüber gestritten, ob Blocher für den Bundesrat tragbar sei und einige, darunter die Grünen, forderten seine Abwahl. Erstaunlicherweise empfehlen die Stimmberechtigten dem Parlament aber nicht Bundesrat Blocher abzuwählen; sondern Pascal Couchepin. Der FDP-Bundesrat wird nur von 40 Prozent der Stimmbevölkerung unterstützt.

Eine weitere Überraschung bringt die Unterstützung für Christoph Blocher: 50 Prozent der Wähler würden ihn wieder wählen. Das ist das erste Mal, dass Blocher in einer Umfrage 50 Prozent Zustimmung erhält, oder anders gesagt, dass 50 Prozent der Stimmbürger zufrieden mit ihm sind. «Der Angriff auf den Mann, hat dem Mann genützt», erklärt Politologe Claude Longchamp dieses Resultat.

Das beste Resultat bekommt Bundesrätin Doris Leuthard. 88 Prozent wollen, dass die CVP-Bundesrätin wieder gewählt wird. Auch Micheline Calmy-Rey schneidet gut ab, 79 Prozent sind zufrieden mit der SP-Bundesrätin. Samuel Schmid ist der beliebteste männliche Bundesrat und kommt auf 77 Prozent. Auf den SVP-Bundesrat folgt Hans-Rudolf Merz von der FDP mit 71 Prozent. Leicht umstrittener ist SP-Bundesrat Moritz Leuenberger, der von 69 Prozent wieder gewählt würde.

Gross ist der Unterschied zwischen dem Vertrauen, das die Stimmbevölkerung in die Bundesräte und in die Regierung als ganzes hat. Die Bundesräte geniessen – bis auf Christoph Blocher und Pascal Couchepin – grosses Ansehen in der Bevölkerung. Das Vertrauen in die Regierung dagegen ist viel kleiner: Nur gerade 41 Prozent ist der Ansicht, sich auf die Regierung verlassen zu können.

Die Stimmberechtigten wurden nicht nur gefragt, welche der bisherigen Bundesräte wieder gewählt werden sollen und welche nicht, sondern auch wie der Bundesrat zusammengesetzt sein soll. In dieser Frage zeichnet sich immer noch keine klare Tendenz ab.

Neu ist aber, dass der Status quo und die beiden Varianten mit einem grünen Bundesrat je gleich viel Zustimmung bekommen, nämlich 33 Prozent. Ebenfalls neu ist, dass in der Romandie die Mehrheit für einen grünen Bundesrat ist, entweder auf Kosten der SVP oder der FDP. In den übrigen Sprachregionen bevorzugen die meisten den Status quo.

Die Umfrage im Auftrag der SRG SSR idée suisse wurde zwischen dem 12. und dem 23. September 2007 durchgeführt und vom Institut gfs.bern erstellt. Befragt wurden 2022 repräsentativ ausgewählte Personen in allen drei Sprachregionen. Der statistische Fehler bei der gesamten Stichprobengrösse beträgt plus/minus 2,2 Prozent.

(sf/gfs.bern/sprm)