International
Klöster in Burma gestürmt
China verhindert hartes UNO-Vorgehen
Birmanische Sicherheitskräfte haben mindestens zwei buddhistische Klöster im Norden von Rangun gestürmt. Wegen des Widerstands von China hatte sich der UNO-Sicherheitsrat zuvor nicht auf eine Verurteilung der Militärjunta einigen können.
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Mehr als 70 Mönche wurden bei den Polizeiaktionen unter Schlägen abgeführt, wie Augenzeugen berichteten. Bei dem nächtlichen Angriff auf das Kloster Ngwekyaryan im Osten der Stadt seien Scheiben zu Bruch gegangen, und auf dem Boden hätten Scherben und Patronenhülsen gelegen. Anwohner weinten beim Anblick der Zerstörungen.
Betroffen waren das Kloster Ngwe Kyar Yan, wo den Angaben zufolge mindestens 70 Menschen verhaftet wurden, sowie das Kloster Moe Gaung, wo es ebenfalls Festnahmen gab. «Selbst ein erkrankter Mönch wurde mitgenommen», sagte eine Klosterschülerin.
Die Soldaten hätten bei ihrer Razzia mehrfach in die Luft geschossen. Kurz nach Mitternacht war bereits der Sprecher der Nationalen Liga für Demokratie, Myint Thein, verhaftet worden, wie dessen Familie mitteilte.
Unbestätigten Berichten zufolge wurden noch weitere Mitglieder der Partei von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi festgenommen.
Die birmanischen Sicherheitskräfte waren am Mittwoch erstmals mit militärischer Gewalt gegen die Demonstranten vorgegangen. Dabei kamen nach unbestätigten Berichten bis zu acht Menschen ums Leben, darunter offenbar auch Mönche. Die Militärregierung bestätigte lediglich ein Todesopfer.
Die buddhistischen Robenträger geniessen in Birma hohes Ansehen, Gewalt gegen sie gilt als besonders schweres Vergehen.
Bei einer Dringlichkeitssitzung in New York verständigte sich das höchste UNO-Gremiums lediglich auf einen zurückhaltenden Appell an die Machthaber in Burma. «Mitglieder des Sicherheitsrats haben ihre Sorge über die Situation zum Ausdruck gebracht und Zurückhaltung vor allem von der Regierung in Burma gefordert», hiess es in der Erklärung.
Nachhaltige Unterstützung sprach das 15-Länder-Gremium allerdings der Entscheidung von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon aus, seinen Sondergesandten Ibrahim Gambari in dringender Mission nach Burma zu entsenden. Der Sicherheitsrat appellierte an die Militärjunta, Gambari so schnell wie möglich ins Land zu lassen.
Der aus Nigeria stammende Unter-Generalsekretär, der im vergangenen Jahr schon einmal in Burma war, sollte noch am Abend von New York abreisen.
Über Sanktionen wurde in der Sitzung erst gar nicht beraten. Der chinesische UNO-Vertreter Guangya Wang sagte, niemand habe mehr Interesse an Stabilität in Burma als das benachbarte China. Die Hilfe müsse aber konstruktiv sein. «Sanktionen sind nicht hilfreich für die Situation vor Ort.»
Der amerikanische UNO-Botschafter Zalmay Khalilzad schloss Sanktionen nicht aus, wollte zunächst aber Gambaris Rückkehr und dessen Bericht abwarten.
Der UNO-Generalsekretär Ban kam unterdessen am Rande der UNO-Vollversammlung mit Burmas Aussenminister Nyan Win zusammen. Ergebnisse des Gesprächs wurden nicht mitgeteilt.
Die Proteste in Burma sind die schwersten seit 1988. Damals schlugen die seit mehr als 40 Jahren herrschenden Generäle eine Demokratiebewegung nieder. Dabei kamen etwa 3000 Menschen ums Leben.
(sda/halp)
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