Kultur
Europas letzter Hexenprozess dokumentiert
Museum zu Ehren Anna Göldis
Im glarnerischen Mollis ist das Anna-Göldi-Museum eröffnet worden. Es entstand im Andenken an die Frau, die 1782 dem letzten Hexenprozess Europas zum Opfer gefallen ist.
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Die neue permanente Ausstellung umfasst mehrere Räume, einschliesslich eines Kellergewölbes. Gross prangt das Porträt «Anna Göldi» an einer Wand. Der Zürcher Künstler Patrick Lo Giudice malte es 2004.
Unten im Kellergewölbe hat man die Zelle nachgebaut, in der Anna Göldi im Rathaus Glarus gefangengehalten wurde. Gezeigt werden Dokumente zum Prozess. Auch ein «Aufzug» ist zu besichtigen: Mit einem solchen Folterinstrument hatte man der Gefangenen «Geständnisse» abgepresst.
In den oberen Räumen ist eine Wohnküche eingerichtet. Haushaltgeräte und andere Einrichtungsgegenstände vermitteln ein Bild des Lebens im Glarnerland des 18. Jahrhunderts.
Einzelne Lebensstationen von Anna Göldi sind anhand von Bildern, Fotos und Texten festgehalten. Stammbäume der massgeblichen Familien verdeutlichen den damaligen Verwandtschafts-«Filz», der auch im Hexenprozess eine Rolle spielte.
Nach einem schon damals höchst umstrittenen Prozess wurde Anna Göldi am 13. Juni 1782 in Glarus enthauptet.
225 Jahren nach der Hinrichtung bezeichnet die Glarner Regierung das Urteil zwar als Fehlurteil. Eine offizielle Rehabilitation von Anna Göldi verweigert sie aber trotz entsprechender Vorstösse im Parlament. Auch die reformierte Kirche im Kanton Glarus, die seinerzeit an Prozess und Hinrichtung beteiligt war, will bis heute von einer formellen Rehabilitation nichts wissen.
(sda/zinv)
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