International
Anklage wegen Mord und Folter
Chefideologe der Roten Khmer vor Gericht
Das UN-Tribunal für Kambodscha wirft dem früheren Chefideologen der Roten Khmer auch Mord und Folter vor, wie aus der Anklageschrift hervorgeht.
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Der Anklage zufolge wirft das Tribunal Nuon Chea vor, als Mitglied der Führung der Roten Khmer «Mord, Folter, Inhaftierung, Verfolgung, Auslöschung, Deportation, gewaltsame Umsiedlung, Versklavung und andere inhumane Akte» entweder geplant, angeregt, angeordnet oder anderweitig unterstützt zu haben.
Der heute 81-jährige Nuon Chea war am Mittwoch verhaftet und vom Tribunal in Phnom Penh wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen angeklagt worden.
Laut Dokumenten, die das unabhängige Dokumentationszentrum für Kambodscha zusammengetragen hat, ist Nuon Chea der Architekt der Ideologie, die später im Westen als Steinzeitkommunismus bezeichnet wurde. Das Privateigentum wurde ebenso wie das Geld abgeschafft, die Menschen mussten auf Feldern arbeiten, manche auf den sogenannten Killing Fields bis zur völligen Erschöpfung oder zum Tod.
Intellektuelle wurden verfolgt. Menschen, die auf dem Feld zusammenbrachen oder bei anschliessenden ideologischen Schulungen eindösten, wurden ermordet - meist mit einem Spaten, um Gewehrkugeln zu sparen.
Dem Terrorregime der Roten Khmer unter ihrem Anführer Pol Pot fielen von 1975 bis 1978 etwa 1,7 Millionen Menschen in Kambodscha zum Opfer.
(ap)
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