International
Deutsche Terrorverdächtige schweigen
Anschläge sollten offenbar bald stattfinden
Die Anschlagsvorbereitungen der drei am Dienstag festgenommenen Terrorverdächtigen waren offenbar konkreter als bisher bekannt.
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Medienberichten zufolge wurden die drei Terrorverdächtigen massiv aus Pakistan unter Druck gesetzt, noch im September einen Anschlag in Deutschland zu verüben. Dazu hätten sie in Frankreich bereits drei gebrauchte Kleintransporter besorgt.
Dem Magazin «Focus» zufolge gehen Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) davon aus, dass die Transporter als Autobomben eingesetzt werden sollten. Das BKA verwies für Auskünfte auf die Bundesanwaltschaft. Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Petra Kneuer, bestätigte, dass Kleintransporter besorgt worden seien, bislang sei aber nicht belegt, dass es einen tatsächlichen Bezug zu den geplanten Anschlägen gebe. Zu den Verbindungen nach Pakistan wollte die Sprecherin keine Stellung nehmen.
Ein Bericht, wonach die drei inhaftierten Terror-Verdächtigen in den laufenden Vernehmungen hartnäckig schweigen, ist laut der Bundesanwaltschaft richtig. Die «Bild»-Zeitung hatte unter Berufung auf ranghohe Sicherheitskreise ausserdem berichtet, dass es noch keine belastbaren Erkenntnisse über den Verbleib der fünf bis sieben weiteren Personen aus dem Umfeld der drei Inhaftierten gebe.
Die Mehrzahl solle sich ins Ausland abgesetzt haben. In dem Fall gebe es derzeit konkret zehn Beschuldigte, drei davon seien in Haft, gegen die sieben anderen werde ermittelt, sagte Kneuer. Klar sei aber auch, dass ein Netzwerk normalerweise aus mehr Personen bestehe.
Die «Welt» berichtete, dass der Präsident des BKA, Jörg Ziercke, am Freitag auf der Sondersitzung der Innenministerkonferenz (IMK) von 49 Personen gesprochen habe, die im Zusammenhang mit dem Fall im In- und Ausland im Visier der Ermittler stünden. Kneuer bezeichnete diese Grössenordnung als «nicht unrealistisch».
Die über Monate laufenden Ermittlungen gegen die deutschen Terrorverdächtigen und ihre Hintermänner waren offenbar auch ein zentrales Thema in den deutsch-amerikanischen Beziehungen. Schon während des G-8-Gipfels in Heiligendamm hatte US-Präsident George W. Bush Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die laufenden Ermittlungen in der von den Geheimdiensten «Operation Alberich» getaufte Überwachung angesprochen, schreibt der «Spiegel».
In Berlin arbeitete demnach gar eine gemeinsame Arbeitsgruppe deutscher Behörden und der amerikanischen CIA an dem Fall. Die Kooperation sei «so eng wie nie» gewesen, zitiert das Magazin den US-Heimatschutzminister Michael Chertoff. Nach Darstellung des CSU-Innenpolitikers Hans-Peter Uhl gehen die Festnahmen auf Online-Durchsuchungen von US-Geheimdiensten zurück.
«Die Erkenntnisse, die zu den Tätern geführt haben, stammen aus Computerüberwachungen der amerikanischen Nachrichtendienste», sagte der Bundestagsabgeordnete dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Laut Uhl gingen die Impulse von Pakistan aus. «Glücklicherweise haben wir Informationen von amerikanischen Nachrichtendiensten bekommen, die uns geholfen haben, diese potenziellen Massenmörder rechtzeitig aus dem Verkehr zu ziehen», sagte der Politiker.
Der Zugriff am vergangenen Dienstag habe aus einer Polizeipanne resultiert: Als die drei Verdächtigen zufällig in eine Kontrolle gerieten, entfuhr einem Dorfpolizisten bei der Überprüfung, die Männer stünden «ja auf der Liste des BKA». Das hätten nicht nur Fritz G., Adem Y. und Daniel S. in dem verwanzten Auto, sondern auch die live lauschenden BKA-Beamten gehört, schreibt der «Spiegel».
(ap/wyse)
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