Schweiz
Lage spitzt sich nach massiven Regenfällen zu
Behinderungen im Bahn- und Strassenverkehr
Die Schweiz droht im Regen zu versinken. Die Niederschläge haben vielerorts Erdrutsche und Überschwemmungen verursacht. Bahnverbindungen sowie Strassen mussten gesperrt werden. Das Schweizer Fernsehen wird am Morgen mit Sondersendungen um 07.00, 07.30 und 08.00 über die Lage informieren.
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Im Kanton Aargau wurde Hochwasseralarm ausgelöst. Der Kantonale Führungsstab stand im Einsatz und verfolgt die Entwicklung der Niederschlags- und Abflusssituation in Flüssen und Bächen. Gemäss Prognosen wurde mit ähnlichen Auswirkungen wie beim Hochwasser im August 2005 gerechnet.
Besonders kritisch ist die Situation im Reusstal, wo in den nächsten sechs bis zehn Stunden Überflutungen nicht ausgeschlossen werden können, wie die Behörden mitteilten. Der Kantonale Führungsstab stand im direkten Kontakt mit den Behörden der besonders betroffenen Gemeinden.
Auch im Kanton Obwalden spitzte sich die Hochwasserlage zu. Alle Feuerwehren waren laut Bevölkerungsschutz im Einsatz. In Alpnach mussten einzelne Häuser evakuiert werden.
Die Sarneraa trat teilweise über die Ufer. Im Gebiet Kägiswil wurden Sandsäcke gegen die Wassermassen eingesetzt. Auch die Engelbergeraa drohte über die Ufer zu treten. In Giswil sind fünf Bagger im Einsatz, um den Durchfluss der Kleinen Melchaa unter einer Brücke zu gewährleisten.
Die Hauptstrasse zwischen Kägiswil und Sarnen musste wegen Überschwemmungen gesperrt werden. Auch die Bahnlinie Richtung Brünig war vom Unwetter erneut betroffen.
In der Agglomeration Luzern gaben die Behörden um 21.30 Uhr Hochwasseralarm. Betroffen waren die Orte Littau, Reussbühl und Emmenbrücke, dies weil die Kleine Emme über die Ufer zu treten droht.
Ein Behördensprecher sagte, im Kino Maxx am Seetalplatz seien aus Sicherheitsgründen die Vorstellungen unterbrochen und die Zuschauer evakuiert worden.
Im Kanton Schwyz standen die Feuerwehren im Grosseinsatz. Erneut wurden zahlreiche Strassen und Keller überflutet. Mehrere Bäche traten über die Ufer, wie die Kantonspolizei mitteilte.
Wegen Hochwassergefahr wurden Strasse und Bahn nach Grindelwald und Lauterbrunnen gesperrt, wie Kathrin Nägeli, Mediensprecherin der Jungfraubahnen, sagte. In der Region Wilderswil/Zweilütschinen droht die Lütschine zu überlaufen.
Rund 100 Bahnpassagiere strandeten wegen der Strassen- und Bahnsperrung in der Region Interlaken, die meisten davon Touristen. Sie können in Zivilschutzanlagen übernachten.
Die linke Brienzerseestrasse A8 zwischen Interlaken und Brienz und die Hauptstrasse Gunten-Merligen mussten wegen Erdrutschen ebenfalls gesperrt werden. Allein bei der Polizei-Einsatzzentrale in Thun gingen weit über 100 Meldungen über Wassereinbrüche in Liegenschaften ein, wie die Kantonspolizei mitteilte.
Für das an der Aare gelegene Mattequartier in der Stadt Bern wurde eine Hochwasserwarnung ausgegeben. Die Bewohner seien informiert worden, dass Grundwassereinbrüche in Keller und Garagen möglich seien, sagte Urs Gugger, Mediensprecher der Stadtberner Feuerwehr, auf Anfrage.
Etwas später wurden die Anwohner aufgefordert, ihre Keller zu räumen und Fahrzeuge aus den gefährdeten Gebieten zu entfernen. An vereinzelten Stellen trat die Aare bereits über die Ufer und überflutete Fusswege, wie Anwohner berichteten.
Die Waadtländer Kantonspolizei meldete mehrere Erdrutsche sowie über die Ufer getretene Fliessgewässer.
(ap/sda/stom)
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