International
Erreger «wahrscheinlich» aus Labor
Maul- und Klauenseuche in Grossbritannien
Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) auf zwei südenglischen Farmen ist «mit grosser Wahrscheinlichkeit» durch ein nahe gelegenes Forschungszentrum verursacht worden. Dies ergab ein Untersuchungsbericht.
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Es gebe «eine grosse Wahrscheinlichkeit» für das Forschungszentrum von Pirbright als Verursacher, hiess es am Dienstagabend in dem mit Spannung erwarteten Zwischenbericht einer unabhängigen Untersuchung im britischen Landwirtschaftsministerium.
Eine «absichtliche» Verbreitung des Virus durch einen oder mehrere Labormitarbeiter könne nicht ausgeschlossen werden. Ebenso komme eine versehentliche Übertragung des Virus auf benachbarte Farmen in Frage.
Insgesamt deute mehr auf eine Verbreitung durch Menschen hin als durch technisches Versagen, hiess es in dem umfangreichen Zwischenbericht. Experten zeigten sich nach Angaben des Senders BBC in ersten Reaktionen besorgt darüber, dass aus britischen Labors mit höchster Sicherheitsstufe gefährliche Viren ausdringen konnten.
In dem Zwischenbericht wurde nicht gesagt, welches der auf dem Forschungsgelände arbeitenden Labors wahrscheinlich verantwortlich ist. Das Forschungszentrum von Pirbright mit einem staatlichen und einem privaten Labor liegt in unmittelbarer Nähe der betroffenen Farmen.
Vier Tage nach Ausbruch der Seuche wurde am Dienstag in einer benachbarten Farm in Südengland ebenfalls MSK bestätigt. Dort seien rund 100 Rinder getötet worden, teilte Umweltminister Hilary Benn mit.
Der zweite betroffene Hof liegt im Dorf Normandy, kaum fünf Kilometer entfernt vom ersten Fall im Herzen der Sperrzone in der Grafschaft Surrey. Insgesamt sind auf den beiden betroffenen Höfen bislang mindestens 200 Rinder wegen des MKS-Ausbruchs getötet worden.
In Grossbritannien herrscht Angst vor einer Wiederholung der MKS-Seuche von 2001. Damals mussten viele Tieren notgeschlachtet und verbrannt werden. Der Landwirtschaft und dem Tourismus entstanden Schäden in Milliardenhöhe. Sollte sich die jetzige Seuche weiter ausbreiten droht vielen Bauern der Bankrott.
Am Dienstag ist der Direktor des Schweizer Instituts für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI), Christian Griot, in London eingetroffen. Cathy Maret vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) bestätigte der Nachrichtenagentur SDA einen entsprechenden Bericht von Radio DRS.
Griot sei zusammen mit Kathrin Summermatter, stellvertretende IVI-Direktorin und Leiterin der Abteilung Biosicherheit, von den britischen Behörden beauftragt worden, die Sicherheitsvorschriften in den beiden verdächtigten Labors zu untersuchen. Laut Maret bleiben die beiden Experten voraussichtlich bis Ende Woche in Grossbritannien.
Das von der EU verhängte Exportverbot für britische Klauentiere und deren Produkte gelte ebenfalls für die Schweiz und betreffe auch Touristen und andere Reisende, erinnerte das BVET in einem Communiqué.
Bereits letzten Samstag habe das BVET zudem elf Ende Juli aus Grossbritannien eingeführte Schafe negativ auf MKS getestet. Die EU wird am Mittwoch ihr Exportverbot überprüfen.
(ap/frua)
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