International
MKS-Virus kam offenbar aus dem Labor
Sperrzone auf Zehn-Kilometer-Radius erhöht
Das in Grossbritannien aufgetretene Maul-und-Klauen-Seuche-Virus stammt möglicherweise aus einem Labor. Das Umweltministerium teilte am Samstagabend mit, der auf dem Bauernhof im südenglischen Surrey festgestellte Erregerstamm sei der gleiche wie in einem nahegelegenen Forschungslabor.
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Diesen Stamm gebe es bei Tieren normalerweise nicht. Dennoch gebe es noch keine Sicherheit, dass das Labor wirklich der Herd der Infektion sei.
Der gefundene Erregerstamm werde in Forschungslabors weltweit und bei der Herstellung von Impfstoffen verwendet, teilte das Umweltministerium mit. Er sei, «soweit gegenwärtig bekannt, nicht in jüngster Zeit an Tieren festgestellt worden».
Das Virus kann auf verschiedenen Wegen übertragen werden, durch die Luft oder auch an Autoreifen. Das Labor liegt nur wenige Kilometer von der betroffenen Farm entfernt.
Die Chefin der britischen Veterinärbehörde, Debby Reynolds, ordnete eine dringliche Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen auf dem Hof und in dem Labor an. Zusätzlich zur Sperrzone um die Farm wurde eine Überwachungszone im Zehn-Kilometer-Radius eingerichtet, die auch das Labor umfasst.
Die Erkrankung der Tiere auf dem Hof in Surrey war am Freitag entdeckt worden. Darauf trat sofort ein Notfallplan in Kraft, in dessen Rahmen die 60 Tiere des Betriebes im Laufe des Samstag getötet und verbrannt wurden.
Auch der Bestand eines Nachbarhofes wurde als Vorsichtsmassnahme getötet. Ausserdem besteht ein Transportverbot für Schafe, Rinder und Schweine, um ein Ausbreiten der Seuche zu verhindern.
Die Seuche kann nach der Infektion erst nach drei bis sechs Tagen festgestellt werden. Weitere Erkrankungen gebe es aber zunächst nicht, versicherte Chef-Veterinärin Reynolds. Die Briten fürchten eine ähnliche Epidemie wie 2001, als zwischen 6,5 und zehn Millionen Tiere wegen der Maul- und Klauenseuche getötet werden mussten.
Die britische Regierung stoppte überdies alle Exporte. Sie kam damit einem für Montag erwarteten EU-Exportverbot zuvor.
Die Schweiz ergreift von sich aus derzeit keine zusätzlichen Schutzmassnahmen. Dank der schnellen Reaktion der britischen Behörden sei dies nicht nötig, sagte Cathy Maret vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET). In der Schweiz trat der letzte Fall von MKS im Jahr 1980 auf.
(sda/bosl)
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